Kann 1860 ohne Investor überleben?
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 13.07.2026 14:51
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Immerhin scheint - nachdem die Aufarbeitung der Fußball-WM mehr oder weniger abgeschlossen ist - der Boulevard langsam aufgewacht zu sein: Nachdem die “BILD” am Freitag berichtete, dass den Löwen ein Komplett-Kollaps drohe, titelte die Abendzeitung: “Kann Sechzig so überleben? Bosse des TSV 1860 verweigern Investoren-Unterstützung.”
Haben Sie Vertrauen in die aktuelle 1860-Führung?
Der langjährige Löwen-Reporter Matthias Eicher schreibt: “Nach exklusiven AZ-Informationen haben die Vereinsbosse des TSV 1860 mehreren interessierten Investorenkonsortien mitgeteilt, den eingetragenen Verein (e.V.) aktuell frei von (Groß-)Geldgebern halten wollen. Eine Botschaft, die ganz und gar zum Schlachtruf der Ultras (“Freiheit für Sechzig!”) passt. So weit, so nachvollziehbar, was die forcierte Trennung von Ismaik aufgrund einer 15 Jahre währenden Episode voller Auseinandersetzungen und Missverständnissen angeht.”
Nicht nur der frühere Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger wollte bei 1860 einsteigen (db24 berichtete exklusiv), sondern auch eine Gruppe um den früheren Jugendboss Ernst Tanner (db24 berichtete) - diese Kompetenz wird an der Grünwalder Straße aber nicht zum Tragen kommen. Die jeweiligen Deals sind geplatzt. Dafür gibt es von anderen Konsortien starkes Interesse an einer Partnerschaft - aber wollen sich die Löwen überhaupt unter die Arme greifen lassen? Diese Frage hat db24 bereits in der vergangenen Woche gestellt. Meister-Löwe Fredi Heiß predigt seit Jahren: “Ohne Investor geht es nicht bei 1860.”
Bislang konzentriert sich der Giesinger Neuaufbau nahezu ausschließlich auf Spendengelder der Fans. Ein neuer Hauptsponsor ist weiterhin nicht in Sicht. Auch bei der Bayerischen, dem langjährigen Partner, dürfte inzwischen die Erkenntnis gereift sein, dass eine Zusammenarbeit unter den aktuellen Rahmenbedingungen wenig Sinn ergibt.
Ismaik hat sich zum AZ-Bericht wie folgt geäußert: “Ein Artikel in der Abendzeitung hat meine Aufmerksamkeit geweckt, weil er eine wichtige Frage aufgeworfen hat:
‘Kann Sechzig so überleben?’ Besonders aufgefallen ist mir die Aussage, dass der Verein nicht auf externe Investoren setzen möchte, obwohl es offenbar Interessenten gibt, die ihre Bereitschaft zur Unterstützung signalisiert haben. Wenn das stimmt, dann verdient eine Frage eine klare Antwort: Wie soll die Zukunft des Vereins finanziert werden? Ich sage nicht, dass ein Investor die einzige Lösung ist oder dass externe Finanzierung der einzige mögliche Weg ist. Aber welcher Weg auch immer gewählt wird, er muss auf einem realistischen und nachhaltigen wirtschaftlichen Plan beruhen. Identität braucht Ressourcen, wenn sie geschützt werden soll. Das Nachwuchsleistungszentrum braucht Finanzierung. Und ein Verein, der wettbewerbsfähig sein will, braucht eine stabile finanzielle Grundlage.”
Ismaik hinterfragt auch die Strukturen der Löwen: “Die heutige Debatte sollte nicht darum gehen, wer Hasan Ismaik unterstützt und wer gegen ihn ist. Sie sollte sich um das wirtschaftliche Modell drehen, das das Überleben des TSV 1860 und seine Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren sichern kann. Die Fans haben ein Recht darauf, klar zu erfahren: Was ist der Plan, und wie soll er finanziert werden? Die Zukunft des Vereins lässt sich nicht allein auf Parolen aufbauen. Sie muss auf einem klaren und umsetzbaren Plan beruhen.” Und auf diesen Plan wartet man bis heute vergeblich.






