VON OLIVER GRISS UND GETTY (FOTOS)

Der Stuhl des kaufmännischen Geschäftsführers beim TSV 1860 ist seit Spätsommer 2024 verwaist, als Oliver Mueller nach nur wenigen Monaten seinen Platz wenig überraschend wieder räumen musste. Das Thema beschäftigt den Giesinger Klub bis heute: Beide Seiten stehen vor Gericht. Es geht um ein schönes Sümmchen von rund 400.000 Euro - selbstverschuldet wohlgemerkt, weil man Mueller gegen den Willen von Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik mit 50+1 eingestellt hat. Dabei wäre ein Finanz-Chef innerhalb eines Profiklubs prinzipiell ein wichtiger Baustein, um die Zukunft wirtschaftlich und infrastrukturell zu planen. Bei 1860 verzichtet man seitdem darauf - und die Fans wundern sich, dass der Altmeister von 1966 auf der Stelle tritt.

Jetzt aber überrascht die Abendzeitung mit einer Meldung: “Ex-Boss vor Comeback? Rejek-Gespräche mit 1860 laufen!” Und: “Nach AZ-Informationen möchte der ehemalige 1860-Geschäftsführer nach Giesing zurückkehren. Erste Gespräche hat es bereits gegeben.”

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Präsident Gernot Mang, der Nachfolger von Robert Reisinger, wollte gegenüber der “AZ” den bekannten Namen nicht kommentieren: “Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Namen nicht kommentieren und keine Stellungnahme dazu abgeben.”

Wer ist Rejek überhaupt? Der Mann, der 2012 von Borussia Dortmund als Marketingchef kam, war zu Zweitliga-Zeiten kurzzeitig Geschäftsführer bei 1860 München. Seit Februar 2025 ist er vereinslos, nachdem er zuvor für Arminia Bielefeld (fünf Jahre) und den 1. FC Köln (vier Jahre) erfolgreich gearbeitet hat.

Was ist dran am Rejek-Gerücht?

db24 ordnet das Ganze ein: Tatsächlich beschäftigt sich der gebürtige Mülheimer, der 2014 mit dem Spruch “1860 hat viel mehr Sex als Bayern” für Aufsehen gesorgt hat, mit den Löwen. Allerdings ist er nach db24-Informationen nicht für sich allein unterwegs, sondern: Rejek soll Großes mit den Löwen vor haben. Es heißt in der Finanzbranche, dass der frühere Geschäftsführer zu einem regionalen Investoren-Pool gehören soll, der die Anteile von Hasan Ismaik gerne ablösen wollen würde. Gespräche soll es allerdings schon seit Monaten geben. Ein Durchbruch ist offenbar aber bislang nicht gelungen. Woran das liegt, ist unklar. Interessant ist aber, dass dieses Konsortium nach db24-Informationen offenbar einen äußerst prominenten Namen an Bord hat - Thomas Hitzlsperger (44). Ex-Fußballer, Sympathieträger, Netzwerker - und äußerst geschäftstüchtig.

Bereits 2022 titelte db24: “Thomas Hitzlsperger hat Interesse: Wird er Gorenzels Nachfolger?” Bekanntlich ist nichts daraus geworden - jetzt könnte die Aktie Hitzlsperger bei 1860 aber wieder heiß werden.

Der frühere Nationalspieler, der sich in den letzten Jahren sehr investierfreudig zeigt, Anteile beim dänischen Zweitligisten Aalborg BK hält und seit Januar 2025 auch Mitglied des Aufsichtsrats von Hellas Verona ist, würde den Löwen einen professionellen Touch verleihen und mit Sicherheit auch gute Ideen mitbringen. Hitzlsperger ist gebürtiger Münchner, seine komplette Familie ist mit Sechzig infiziert. Er würde gemeinsam mit Rejek auch das notwendige Know-how mitbringen.

Bringen Hitzlsperger & Rejek den Löwen die Power zurück - oder macht man an der Grünwalder Straße 114 wie die letzten Jahre einfach so weiter?