Nach dem 1:2 gegen Ingolstadt: So schaut's aus, Sechzig!
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 11.05.2026 07:46
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Nach knapp einem Jahr wieder bei 1860: Ex-Aufsichtsratsboss Saki Stimoniaris, zwei Plätze daneben sein Nachfolger Herbert Bergmaier. Was hat das zu bedeuten?
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
TSV 1860 MÜNCHEN - FC INGOLSTADT 1:2.
So brüllte der Löwe: Dähne (db24-Note 3) – Dulic (3,5/82. Schifferl 4), Kiefersauer (3), Voet (3,5) – Danhof (3), Althaus (3/63. Husic 4), Wolfram (4/71. Rittmüller 4), Pfeifer (3) – Niederlechner (3/63. Schröter 4), Steinkötter (3/71. Hobsch 4) – Haugen (2,5).
So spielte der FCI: Klein – Plath, Antzoulas, Lorenz, Scholz, Hoppe – Carlsen (90.+2 Fröde), Besuschkow – Sturm (90.+5 Kehrer), Costly (90.+2 Kügel), Gül.
Tore: 1:0 (42.) Althaus, 1:1 (57.) Costly, 1:2 (63.) Besuschkow.
Gelbe Karten: Dulic, Voet/.
Zuschauer/Löwen-Anteil: 15.000/13.800.
Schiedsrichter: db24-Note 4 für Yannick Sager. Der Dortmunder machte eigentlich viel richtig, doch in der Schlussphase übersah der Referee ein absichtliches Handspiel von 1860-Abwehrspieler Sean Dulic. Dafür hätte er den U20-Nationalspieler als letzten Mann normalerweise vom Platz schicken müssen. Sager beließ es bei Gelb - eine Fehlentscheidung.
Die db24-Stunden-Aktivität der db24-Blase am Spieltag: 31.553 Visitors (Netto-User).
Die db24-Spielwertung: Note 3,5. Naja. Bevor 1860 im Spiel war, hätte Ingolstadt schon 2:0 führen können. Erst dann wachten die Löwen in neuer Systematik (Viererkette) auf und gingen in der 42. Minute mit 1:0 in Führung, als der junge Xaver Kiefersauer Sigurd Haugen bediente und dieser Althaus in den Strafraum schickte: Der 20-Jährige überlupfte FCI-Keeper Klein. Nach dem Wechsel gehörte 1860 die erste Chance, doch Steinkötters Kopfball ging am Tor zwei Meter vorbei. Danach sorgte Ingolstadt mit einem Doppelschlag von Costly und Besuschkow für klare Verhältnisse. Überhaupt waren die ebenfalls ersatzgeschwächten Gäste die spielerisch besser strukturierte Mannschaft auf Giesings Höhen. Die Löwen gaben in der Schlussphase aber nicht auf und wollten einen versöhnlichen Saison-Ausklang, doch nicht nur Morris Schröter hatte zweimal Pech, sondern auch Haugen mit einem Lattentreffer.
Wann hast Du Dein erstes Löwen-Spiel gesehen und wurdest vom Virus infiziert?
Die db24-Kurvenbewertung: Note 5,0. Die Treue der Fans für ihren Verein ist phänomenal - logisch. Das ist erste Sahne und vermutlich einmalig in Deutschland. Es scheint aber leider so, dass Politik in der Westkurve weiterhin wichtiger ist als der Sport. Auf der einen Seite werden scheidende Funktionäre von der aktiven Fanszene mit einem Plakt gefeiert (wofür?), aber auf der anderen Seite geht mit Kapitän Jesper Verlaat ein Herzblut-Löwe von Bord - ohne persönliche Widmung. Das irritiert den Normalo-Fan. Die vor langer Zeit angekündigte Meister-Choreo für die 66er Helden wurde offenbar verschoben - und ja: Dann war da auch noch das Gegröle gegen den leider übermächtigen Nachbarn: “Champions League-Versager FCB.” Die Fußballfans bei 1860 wären schon froh, wenn man sich zumindest Zweitligist nennen dürfte. Aber so ändern sich seit dem Jahrhundertabstieg 2017 die Prioritäten. Schade um diesen wunderbaren Klub.
Zum Lachen: Ex-Löwe Tarsis Bonga, inzwischen im Trikot der Würzburger Kickers, war mit seinem 1:0 gegen Haching Wegbereiter für die DFB-Qualifikation des TSV 1860. Danke!
Zum Weinen: Nur ein Sieg aus den letzten neun Spielen - warum soll das in der nächsten Saison besser werden?
Der Trainer-Check: db24-Note 4 für Markus Kauczinski. Der 56-Jährige kam mit ganz anderen Ambitionen zu 1860. Monate später muss er aufpassen, dass ihm die Aufgabe in München-Giesing nicht aus den Händen gleitet: Fußball ist halt Ergebnissport. Es wäre irgendwie schade drum.
Mein Löwen-Held: Jesper Verlaat - Sympathieträger der letzten Jahre. Er verabschiedet sich mit ehrlichen Tränen. Sportlich, wenn er fit war, immer eine wichtige Konstante.
Der beste Spieler auf dem Platz: Ingolstadts Marcel Costly - Zweitliga-Niveau! Brutale Dynamik und extremer Tordrang.
Der Löwen-Spruch des Tages: “Es hört sich doof an: Aber ich war mit unserem Spiel zufrieden.” Markus Kauczinski.
Nächste Löwen-Fütterung: Samstag, 13.30 Uhr, in Verl.
So schaut’s aus, Sechzig: Solange sich das Denken bei 1860 nicht verändert, man einerseits gegen Kommerzialisierung und Investoren kämpft, andererseits aber verzweifelt nach einem Nachfolger für Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik sowie neuen Geldgebern für eine mögliche Stadion-Beteiligung sucht, wird sich dieser Klub weiter im Kreis drehen. Genau diese Widersprüche lähmen 1860 seit Jahren – sportlich, strukturell und mental. Diese Entwicklung ist nicht nur bedauerlich, sie schadet dem Verein inzwischen mehr, als dass sie ihm hilft.






