VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Ex-Löwen-Geschätsführer Robert Schäfer (45) kehrt nach rund zweijähriger Pause ins Fußball-Business zurück. Der in München lebende Funktionär wechselt von Anchor Management in die Geschäftsführung von Hannover 96 - oder doch nicht?

Das Problem: Die Personalie Schäfer wurde von Profi-Boss Martin Kind am e.V.-Präsidium vorbei eingestellt.

Und so kam es, wie es kommen musste: Der Breitensportverein erteilte Kind via Mail Weisungen, welche die Tätigkeiten des neuen Geschäftsführers Robert Schäfer betreffen. Die Kernaussage: „Robert Schäfer darf (…) keine Tätigkeiten für die KGaA, also für das Profiunternehmen ausüben.“ Es folgen Vorgaben, wie und was der neue Geschäftsführer zu tun und zu lassen habe.

Die Profiabteilung um Kind habe beschlossen, zu diesen Weisungen nichts zu sagen. Der Streit um die Personalie Schäfer eskaliert, schon bevor der Ex-Löwen-Funktionär das erste Mal am Schreibtisch sitzt.

Und der e.V. von Hannover 96 lässt die Muskeln spielen. Es ist der alte neu entbrannte Kampf um 50+1. Hannover-Präsident Sebastian Kramer: „Wir wollen immer noch Konsens – aber solche Alleingänge gehen nicht mehr. Wir wollen 96 einen, nicht weiter auseinanderdriften lassen. Aber dafür müssen wir auch zusammenarbeiten.“ Was Kramer besonders sauer aufstößt: „Wenn Robert Schäfer nicht mit uns reden möchte, hat er sich eigentlich schon disqualifiziert als potenzieller Geschäftsführer der Profigesellschaft. Wir möchten einen, der kommunikationsfähig ist, der den Verein als Partner und nicht als Gegner sieht. Wir können gern auch kontrovers über 50+1 diskutieren, aber es gehört zu den Spielregeln. Und an die müssen sich alle halten.”

Schäfer ist in dieser Angelegenheit bereits ein gebranntes Kind: Als er vor zehn Jahren zum Geschäftsführer bei 1860 aufstieg, wurde er auch zum Spielball zwischen den beiden Gesellschaftern.

Ein Geschmäckle hat Schäfers Ja zu Hannover auf jeden Fall: Einmal ist er für 50+1 - und dann wieder dagegen. Für welchen Weg entscheidet er sich jetzt?