VON OLIVER GRISS

“Wir müssen uns an der eigenen Nase packen, was wir in Zukunft besser machen können.” 1860-Sportchef Günther Gorenzel wollte am Dienstag nicht mehr über die desaströse Schiedsrichterleistung von Justus Zorn, sondern vielmehr über die eigene Leistung beim 1:1 gegen Halle sprechen. Das ehrt einerseits Gorenzel, andererseits sollten die Löwen aber auch klare Kante in der Öffentlichkeit, aber auch beim DFB zeigen, wenn sie verschaukelt werden. Abteilung Attacke? Fehlanzeige bei 1860!

Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass ein Schiedsrichter das Spiel des TSV 1860 entscheidend beeinflusst - so schlimm wie am vergangenen Wochenende war’s allerdings noch nie: Referee Zorn verpfiff das Spiel völlig - zu Ungunsten von 1860. Unter einer korrekten Regelauslegung gewinnt der TSV 1860 dieses kampfbetonte Spiel im Grünwalder Stadion mit zwei bis drei Toren Unterschied. Dann redet hinterher keiner über die mittlerweile gefährliche Tabellensituation in der Dritten Liga. Auffällig: Immer wieder schickt der DFB junge und unerfahrene Schiedsrichter zu Spielen mit 1860-Beteiligung. Zufall oder Berechnung? Hier müssen die Löwen unbedingt einhaken! Und nein, es gleicht sich in der Saison nicht wieder aus.

Nicht nur die Mannschaft muss lernen, gegen solche Gegebenheiten anzukämpfen, sondern auch die Verantwortlichen selbst: Wenn seinem Verein Unrecht geschieht, muss man auch mal den Zeigefinger heben, Missstände im Verband deutlich ansprechen und nicht allesamt in Deckung gehen, nur damit man in der inzwischen stromlinienförmigen Gesellschaft gewisse Erwartungen erfüllt. Der Löwen-Fußball lebt von Emotionen, auch abseits des Platzes. Frag nach bei Werner Lorant.