Der Wind als zwölfter Löwe
- VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
- 26.10.2026 08:35
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VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
Es war ein wildes Spiel – vor allem, weil die Wetterbedingungen zeitweise irregulär wirkten. Ausgerechnet in dieser Phase fiel kurz nach dem Seitenwechsel das erlösende 1:0 für 1860: Eine Ecke von Dennis Dressel auf den kurzen Pfosten lenkte Eichstätts Bastian Bösl ins eigene Tor – begünstigt durch den starken Wind. „Mir springt der Ball aus dem Getümmel an die Hüfte und dann ins Tor. Da spielte der Wind eine große Rolle, er hat uns in den gesamten zweiten Halbzeit große Probleme gemacht“, erklärte der Unglücksrabe später gegenüber dem „Donaukurier“.
Während die Gäste nach der Pause mit kräftigem Rückenwind spielten, kämpften die Eichstätter mit den Böen. Die Lokalzeitung brachte es mit ihrer Überschrift auf den Punkt: „Der Wind trägt blau.“ Der Wind, der zwölfte Löwe. Ein Mitspieler, den die Löwen auf dem Transfermarkt nicht verpflichtet hatten, der ihnen aber dieses Mal zur Seite stand.
Dass die Seitenwahl von Kapitän Dennis Dressel (er wird heute 28) den Löwen geholfen hatte, räumte auch Abwehrtalent Lasse Faßmann ein. Zunächst stellte der 20-Jährige aber die Reaktion auf das verlorene Mini-Derby heraus: „Wir hatten was gutzumachen. Wir haben uns von den Umständen nicht ablenken lassen. Wir haben hinten die Null gehalten. Das ist für die Abwehr wichtig, aber auch für den Torwart. Wir fahren mit einem Sieg nach Hause und bleiben oben dran.“
Und der Wind? „Wir hatten Rückenwind, das hat uns in die Karten gespielt. Es war schwer, man konnte die Bälle nicht richtig einschätzen, auch wenn der Ball vom Gegner kam, stand er in der Luft. Das war schwierig, in der Phase haben wir dann das Tor gemacht. Das hat uns gut getan.“
Hinter der Ecke zum 1:0 steckte allerdings auch eine bewusste Entscheidung. Anstelle von Lance Fiedler übernahm Dressel die Verantwortung. Faßmann verriet: „Wir haben gewechselt, dass Dennis als Linksfuß den Ball zum Tor schlägt, dass der Wind vielleicht Mitspieler ist – ich glaube, das hat gut geklappt. Da hatten wir Glück, aber das nehmen wir mit.“
Auch Michael Eberwein machte aus dem Vorteil durch die äußeren Bedingungen kein Geheimnis: „Für uns war es gut, dass wir den Wind im Rücken hatten – das war ein kleiner Vorteil.“
1860 gewinnt mit 2:0 in Eichstätt: Sind Sie jetzt wieder optimistischer, wenn Sie an die Aufstiegschance im Sommer 2027 denken?
Das 2:0 in der Nachspielzeit entsprang dann dem schönsten Spielzug des Tages: Der flotte Fabio Wagner setzte Cristian Leone in Szene, der technisch versierte Italiener legte nach einem Haken für den eingewechselten Arian Ortivero Calderon auf – und der hämmerte den Ball ins Netz.
Der Schlusspunkt unter einen stürmischen Nachmittag. Und einen wichtigen Auswärtssieg.
