Rekord-Löwe Hofmann: "Hoffentlich werden die drei Superspieler nicht noch verkauft"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 24.08.2026 09:28
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Welches Talent wird 1860 in dieser Transferperiode noch verlieren?
Dass die Löwen-Fans ihrem Verein auch nach dem Absturz in die Viertklassigkeit die Treue halten, kann Hofmann, der 14 Jahre Profi bei 1860 war, gut verstehen. „Diese Vereinstreue, diese Berg- und Talfahrt – das gibt es nur bei ganz wenigen Vereinen. 10.000 Dauerkarten sind irgendwo in der Kiste, das Geld ist weg – und die Leute helfen weiter dazu. Das Einzige, was fehlt: Der Löwe ist erst einmal verschwunden. Der gehört eigentlich schon zu 1860 München.“
Gleichzeitig sieht Hofmann im radikalen Umbruch auch eine Chance: „Aber auch wie Herr Mang gesagt hat: Man hat nicht einmal im Training einen Ball gehabt – und das ist für die Mannschaft in der Regionalliga die richtige Möglichkeit mit dem Kader.“ Allerdings vermutet Hofmann, dass sich der Kader auf der Zielgeraden der Transferperiode noch verändern könnte. „Hoffentlich werden die drei Superspieler nicht noch verkauft. Lasse Faßmann und Emre Erdogan haben ein sensationelles Spiel abgeliefert – das ist die Gefahr.“ Dazu weckt Lance Fiedler Begehrlichkeiten. Er wird nach db24-Informationen mit dem VfB Stuttgart in Verbindung gebracht.
Grundsätzlich gefällt Hofmann aber der eingeschlagene Kurs: „Das ist der richtige Weg, und den muss man bestreiten. Und nicht wieder die Querfeuer rankommen lassen. Das hilft uns dann natürlich nicht!“
Ist es tatsächlich ein Neustart, wollte Moderatorin Julia Scharf von Hofmann wissen? „Wenn’s dann ein Neustart sein sollte: Wir müssen alle den 1. September abwarten. Ich bin da auch nicht so drin im Sachthema Insolvenzgeschichten.“ Zum 31. August endet das Insolvenzgeld für die Mitarbeiter des TSV 1860 – und die alte Fußballfirma KGaA könnte möglicherweise zerschlagen werden. Hofmann blickt trotzdem nach vorne: „Aber dann geht’s eben von Beginn an wieder los – wie bei jedem anderen Amateurverein oder eben 1860 München, wenn sie dann mal wieder in den bezahlten Fußball kommen sollten…“
Dabei erinnerte Hofmann im TV-Studio auch daran, in welchen Sphären sich die Löwen einst bewegten: Gestern vor 26 Jahren spielte 1860 vor 57.000 Zuschauern im Olympiastadion gegen Leeds United um den Einzug in die Champions League.
Hofmann ist überzeugt, dass die Löwen bei der richtigen Entwicklung wieder nach oben kommen werden: „Wenn die Bereitschaft da ist, dann wird 1860 mittelfristig sowieso wieder in die Dritte Liga kommen, denn in der Regionalliga Bayern sind nur drei Mannschaften, die Konkurrenz darstellen – alle anderen wollen und können gar nicht aufsteigen.“ Welche drei Konkurrenten er meint, verriet der Oberfranke allerdings nicht.
Ist 1860 vielleicht sogar schon in dieser Saison ein Aufstiegskandidat? „Jeder wünscht sich das, es kann nicht schnell genug gehen“, sagte Hofmann, bremste aber gleichzeitig die Erwartungen: „Genau wie bei der Nationalmannschaft. Nur weil man einen neuen Trainer hat, kann man nicht gleich Weltmeister werden. Jetzt hat man einen jungen Kader. Man muss abwarten, wie sich die Bausteine weiterhin festigen.“
Für Hofmann muss der sofortige Wiederaufstieg deshalb nicht um jeden Preis erfolgen: „Mit Stabilität, mit ehrlicher Arbeit und einer gesunden Wirtschaftlichkeit kann man vielleicht auch erst 2028/29 aufsteigen, weil 1860 auch keine Fahrstuhlmannschaft werden sollte.“
Der frühere Löwen-Keeper warnt vor allem davor, in alte Muster zurückzufallen: „Bei 1860 sollte man nicht den dritten vor dem zweiten Schritt machen. Das war immer so eine Art Überheblichkeit: Im letzten Jahr ein toller Kader. Was ist dabei rausgekommen?“
Und Hofmann weiß, dass nach den ersten positiven Eindrücken auch schwierigere Phasen kommen werden: „Es war jetzt ein ordentlicher Beginn, aber in den nächsten Wochen wird es auch mal zu Rückschlägen kommen. Die muss man dann versuchen, gemeinsam zu meistern.“
