Nach dem 3:2 in Aubstadt: Die db24-Einzelkritik
- VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
- 19.08.2026 10:59
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VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Sechzger trotz einer ausgeglichenen ersten Hälfte plötzlich mit 2:0 führten – besonders das 1:0 von Emre Erdogan war ein Fall für die Kuriositätenkiste. Mit einer Kopfball-Bogenlampe erzielte er den Führungstreffer. Tore, die man auf diesem Niveau eher selten sieht.
Die db24-Einzelkritik nach dem 3:2-Sieg in Aubstadt:
Vitus Eicher (db24-Note 4): Der Torwart, den die Löwen aus der Rente holten, hatte wieder einige Wackler in seinem Spiel. Souverän ist was anderes, schuldlos war er aber bei beiden Gegentreffern. Der Sympathieträger muss sich dringend verbessern – und vor allem geschmeidiger werden.
Julian Bell (db24-Note 4): Anders als in den vorangegangenen Spielen trat er offensiv kaum in Erscheinung – und diese Flankenläufe fehlten, auch wenn er das 1:0 mit einer Flanke einleitete. Auch die Balance stimmte nicht, beide Gegentore fielen über seine rechte Abwehrseite.
Lasse Faßmann (db24-Note 3,5): 20 Jahre alt – und trotzdem schon Abwehrchef. Seine Kampfeslust ist wichtig, abstellen muss er unbedingt den Modus „hoch und weit“. Beim zwischenzeitlichen 1:2 nicht nah genug am Torschützen Helmer.
Benedikt Hoppe (db24-Note 4): Gab den Vertreter des angeschlagenen Felix Weber. Lange Zeit verlief seine Startelf-Premiere ordentlich, doch in der Schlussphase schwamm er gehörig. Beim 2:3 kam er zu spät und auch davor schon bei der ein oder anderen Situation nicht im Bilde.
Lance Fiedler (db24-Note 3,5): Der vom VfB Stuttgart umworbene Außenverteidiger machte seine Sache ordentlich (er musste einmal auch kurz vor der eigenen Torlinie löschen) – und trotzdem war sein Auftritt dieses Mal deutlich passiver als sonst.
Dennis Dressel (db24-Note 3,5): Der Rückkehrer war immer anspielbar und leitete auch Calderons zwischenzeitliches 3:1 ein. Erst gewann er nach einem Tackling den Zweikampf, dann setzte er den Stürmer ins Szene. Der Ex-Ulmer war stets um Spielkultur bemüht, doch in den entscheidenden brenzligen Phasen fehlte die absolute Kontrolle, die man sich von ihm wünscht.
Tunay Deniz (db24-Note 4): Für ihn war dieser Abend wichtig, auch um zu sehen, was ihm noch fehlt. Je leidenschaftlicher es auf dem Platz zuging, desto mehr versteckte er sich. Ein netter Freistoß, das war’s dann aber auch. Was man bei ihm nicht unerwähnt lassen sollte: Neun Monate Pause steckt man nicht einfach weg. Nach 60 Minuten musste er Platz machen.
Emre Erdogan (db24-Note 1,5): Kein Spiel, in dem der Linksaußen nicht liefert: In den vorangegangenen Partien war er immer der Zulieferer, dieses Mal belohnte er sich selbst – mit einer Kopfball-Bogenlampe. Wenn’s gefährlich wurde, dann war meist Erdogan mittendrin. Als er vom Feld ging, verlor 1860 deutlich an Qualität.
Michael Eberwein (db24-Note 4): Hatte dieses Mal nicht die großen Momente – sein bislang schwächstes Spiel. Wirkte nicht frisch.
Fabio Wagner (db24-Note 2,5): Startelf-Debüt für den früheren Ansbacher: Sein Talent blitzte immer wieder hervor. Er ist brutal schnell. Diese Eigenschaft konnte er gegen die gut gestaffelte Aubstädter Abwehr zwar nicht so oft abrufen, dennoch belohnte er sich für seinen couragierten Auftritt mit seinem ersten Regionalliga-Tor. Glückwunsch!
Florian Niederlechner (db24-Note 2,5): Setzte sich immer wieder ins Mittelfeld ab – kein schlechter Plan. Zudem konnte er zwei Vorlagen verbuchen. Vor dem 1:0 zog er ab, der Torhüter hielt, den Abpraller verwertete Erdogan. Bei Fiedlers 2:0 spielte der frühere Bundesliga-Stürmer den Ball gekonnt in die Tiefe.
Cristian Leone (db24-Note 4): Prinzipiell ein guter Junge, aber so richtig ruft er seine Qualität auf diesem Level (noch) nicht ab.
Raphael Wach (db24-Note 3,5): Kam dieses Mal nur von der Bank, konnte nach seiner Einwechslung aber nicht dazu beitragen, dass die 2:0-Führung souverän verteidigt wurde. im Gegenteil: Beim 1:2 begleitete er viel zu passiv den Flankengeber.
Arian Ortivero Calderon (db24-Note 2,5): Würde der 18-Jährige an einem Wettbewerb „Wer hat den härtesten Schuss der Regionalliga Bayern?“ teilnehmen, wäre das Sturmtalent ganz vorne dabei. Er hämmerte den Ball zum 3:1 in die Aubstädter Maschen, sodass dem schwachen Torwart die Finger wehtaten. Calderon ist ein echter Rohdiamant.
Moritz Seiffert (db24-Note 4): Kam in der Schlussphase in die Partie – seine Drittliga-Erfahrung konnte er leider nicht abrufen.
Alper Kayabunar (db24-Note 3): Er ist immer noch unbesiegt – und das ist es, was am Ende zählt. Sein Job ist alles andere als einfach. Bei 1860 Cheftrainer zu sein, ist nicht vergnügungssteuerpflichtig. Dafür macht er seine Aufgabe richtig gut. Die Spieler schwärmen von ihm. In Aubstadt musst du erst einmal dreifach punkten – das ist ihm gelungen.
