Wendelsteins Vorstand Peuntinger vor Toto-Pokal-Hit: "Ausruhen werden sich die Löwen bei uns nicht können"
- VON OLIVER GRISS UND FOTO (FC WENDELSTEIN)
- 11.08.2026 08:59
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VON OLIVER GRISS UND FOTO (FC WENDELSTEIN)
Für den FC Wendelstein ist das Kommen der Löwen das größte Spiel der noch jungen Vereinsgeschichte. Erst 2017 wurde der mittelfränkische Klub gegründet – nun darf der Landesliga-Aufsteiger gegen den tief gefallenen Traditionsverein aus München-Giesing ran. db24 hat mit Wendelsteins Vorstand Thomas Peuntinger gesprochen.
db24: Herr Peuntinger, wie groß ist die Vorfreude auf diesen Fußball-Leckerbissen gegen 1860?
THOMAS PEUNTINGER: Sehr groß. Nicht alle Tage kommt einer der größten deutschen Traditionsvereine in Wendelstein vorbei. Logistisch war das zwar ein ganz schöner Aufwand. Wir haben Tribünen aus Paletten gebaut und rund 100 Sitzplätze provisorisch angelegt. Aber die Gemeinde hat uns sehr gut unterstützt. Ein Umzug in ein anderes Stadion stand für uns nie zur Debatte.
db24: Wie viele Karten haben Sie verkauft?
Wir haben 1.860 zahlende Zuschauer. Wir haben denselben Eintrittspreis verlangt wie der erste 1860-Gegner Eintracht Berglern. Das können wir auch rechtfertigen. Wir brauchen beispielsweise einen zusätzlichen Sicherheitsdienst. Man sollte die Ausgaben für ein solches Spiel nicht unterschätzen. Ein bisschen was wird hängen bleiben, aber reich werden wir davon auch nicht. Was wir auf jeden Fall empfehlen können, sind unsere Bratwürste und das heimische Spalter Bier.
db24: Wie groß ist die Stolpergefahr für 1860?
(lacht) Wir wissen schon, wo wir herkommen! 1860 ist natürlich der große Favorit. Wir hatten im Toto-Pokal schon drei Drittligisten hier: Unterhaching, Bayreuth und Regensburg. Dreimal sind wir rausgeflogen. Was wir versprechen können: Wir wollen das Spiel gegen Sechzig so lange wie möglich offen halten. Wenn es am Ende ein 0:3 wird, bin ich auch nciht enttäuscht.
db24: Wofür steht die Spielweise des FC Wendelstein?
Wir sind Aufsteiger in die Landesliga. Ich würde unser Niveau als gut bezeichnen. Wir spielen einen intensiven Fußball, auch die Technik kommt bei uns nicht zu kurz. Wir trainieren zwei- bis dreimal in der Woche. Ausruhen werden sich die Löwen bei uns nicht können, das kann ich versprechen. Die meisten unserer Spieler kommen direkt von der Arbeit zum Spiel, einige haben sich aber extra freigenommen.
db24: Welche Tarife gibt es beim FC Wendelstein zu verdienen?
Bei uns gibt es kein Geld! Wir locken die Spieler mit der Plattform Landesliga und mit unseren Kameradschaftsabenden.
db24: Wie sehen Sie den TSV 1860 insgesamt?
Ich schicke voraus: Ich bin Club-Fan. Das wurde mir in die Wiege gelegt. Zwischen beiden Vereinen gibt es ja durchaus Parallelen. Eigentlich gehört 1860 nicht in die Regionalliga, sondern mindestens in die Zweite Liga. Vielleicht wird es jetzt ohne Investor besser und der Verein schafft es, sich unabhängiger aufzustellen. Wenn man an Sechzig denkt, dann fallen einem zwangsläufig Karl-Heinz Wildmoser und Werner Lorant ein. Das war schon eine wilde Zeit.
db24: Gibt es eigentlich einen Löwen-Fan in der Wendelsteiner Mannschaft?
Da muss ich Sie enttäuschen: Nein! Unser ehemaliger Spielleiter war aber ein leidenschaftlicher Löwen-Fan. Wenn wir selbst spielten, war der immer am Handy, um die aktuellen Spielstände aus der Dritten Liga abzurufen. (lacht).
