VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Obwohl der Vertrag mit Hauptsponsor "Die Bayerische" nach dem Zwangsabstieg und der Kündigung des Unternehmens zum 30. Juni ausgelaufen ist, spielten die Löwen beim 11:0-Testspielsieg am Freitag in Kay weiterhin mit dem Schriftzug der Neuperlacher Versicherung auf der Brust.

Warum das so war, ist nicht bekannt – vermutlich auch deshalb, weil sich der TSV 1860 in einer Situation befindet, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Noch immer ist ungeklärt, wie es mit dem Traditionsverein weitergeht. Auslöser dafür war die Kündigung des Kooperationsvertrags.
Einen neuen Hauptsponsor haben die Löwen bislang nicht präsentiert – und können dies derzeit wohl auch nicht. Wie denkt der ehemalige Brustsponsor über die aktuelle Situation?

“Unser Vertrag bestand mit der KGaA. Diesen haben wir, wie bereits berichtet, gekündigt”, erklärte Bayerische-Vorstand Martin Gräfer gegenüber der “Abendzeitung”. “Eine Verlängerung dieses Vertrags mit der KGaA kann ich mir nicht vorstellen. Insofern ist diese Frage klar mit Nein zu beantworten.”

Und weiter: “Die spannendere Frage ist natürlich, ob wir uns eine Zusammenarbeit mit einer neu gegründeten Sport-Betriebsgesellschaft des e.V. vorstellen könnten. Dazu kann ich aktuell nichts Belastbares sagen. Uns liegen bislang weder konkrete Informationen noch belastbare Konzepte vor.”

Zuletzt hatte der ausgeschiedene Aufsichtsrat Nicolai Walch, ein hoch angesehener Rechtsanwalt aus München, auf seinen Social-Media-Kanälen die Botschaft gepostet: “Football for you and me – not for fucking industry.” Eine Aussage, die in Teilen der Fanszene des TSV 1860 für Kopfschütteln gesorgt hat.

Wer hat 1860 in die Vierte Liga versenkt?

Umfrage endet am 15.07.2026 12:00 Uhr

Gräfer, der mit seinem Vorstoß, dass 1860 künftig eine Hybrid-Möglichkeit bei Mitgliederversammlungen brauche, bereits einige Funktionäre irritiert hatte, erklärte weiter: “Wir nehmen aus Vereinsgremien durchaus Signale wahr, dass die Rolle von Unternehmern und Sponsoren in Teilen kritisch gesehen wird.” Vor diesem Hintergrund sei für “die Bayerische” “derzeit schlicht nicht klar, ob und in welcher Form eine Einbindung überhaupt gewünscht” sei.