Nach Gauweiler-Schreiben: Ex-Aufsichtsrat Walch mit Boykott-Aufruf
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 01.07.2026 07:12
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Nicolai Walch auf der Haupttribüne im Grünwalder Stadion (links neben ihm Verwaltungsrat Sebastian Seeböck).
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Am Mittwochvormittag wird der rasierte Löwe ins Trainingslager nach Bad Füssing (Niederbayern) reisen - mit vielen Sorgen. Daran ändert auch die neue Spielbetriebs-GmbH nichts. Diese Mantelgesellschaft hieß zuvor Martin Investment GmbH. Geschäftsführer soll Präsidenten-Berater Thomas Probst werden. Der Wirtschaftsprüfer, der bereits unter Robert Reisinger stellvertretender Fußball-Abteilungsleiter war und damit seit Jahren im Umfeld des Klubs tätig ist, soll auch dieses Unternehmen führen.
Während der ein oder andere im e.V.-Lager bereits von der “Freiheit für Sechzig” träumt, hat Ex-1860-Aufsichtsrat Nicolai Walch, den Kult-Reporter Michael Graeter auf der jüngsten Mitgliederversammlung als “Brunnenvergifter” bezeichnete, Post von Ismaik-Anwalt Dr. Peter Gauweiler erhalten. Streitgegner ist die Merchandising GmbH.
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Walch veröffentlichte Ausrisse des Schreibens anschließend auf seinem Instagram-Kanal. Doch damit nicht genug: Gleichzeitig rief der Rechtsanwalt aus Oberstdorf zum Boykott der Merchandising GmbH auf, die zu 100 Prozent Hasan Ismaik gehört. Der Titel der Folie: “Schluss mit dem verlängerten Arm. Dein Geld. Ihr System. Keine Zukunft für 1860. Boykottiert die 1860 Merchandising GmbH.”
Die Auseinandersetzungen, in denen Walch eine zentrale Rolle spielt, scheinen damit einen neuen Höhepunkt erreicht zu haben. Vor wenigen Tagen änderte er zudem sein Profilbild auf Instagram. Die Botschaft: “Football is for you and me - not for fucking industry.” Nach db24-Informationen sorgte diese Aktion bei dem einen oder anderen Sponsor des TSV 1860 für kopfschüttelndes Unverständnis.
Einmal mehr geht es bei 1860 München in diesen Tagen nicht um Fußball, sondern um Nebenschauplätze mit erheblichem Fremdschäm-Potenzial.
Und wer sich nicht mehr daran erinnert: Walch war derjenige, der sich nach dem Aus von Marc Pfeifer für die 50+1-Entscheidungen zugunsten von Oliver Mueller und Dr. Christian Werner rühmte und dieses Vorgehen als Erfolg verkaufte.
Gegenüber dem Fanmagazin “Brunnenmiller” erklärte Walch seinerzeit: “Die juristische Begleitung der Vertragsbeendigung mit dem alten kaufmännischen Geschäftsführer sowie die Einstellung der beiden neuen Geschäftsführer über Beschlüsse der Gesellschafterversammlung der TSV München von 1860 Geschäftsführungs-GmbH durch den e.V. als deren Alleingesellschafter. Es ist immer leicht dahingesagt, dass der e.V. ja einfach 50+1 ziehen könne. Es handelt sich aber tatsächlich um ein sehr komplexes Vorgehen mit diversen Hürden und Stolpersteinen. Wir waren in einer Situation, in der ein konsequentes Handeln dringend erforderlich war und sahen nicht nur einer starken Lobby, sondern auch rechtlichen Angriffen ausgesetzt.”
Diese Vorgänge kosten dem einst ruhmreichen Klub viel Geld. Angeblich sind Forderungen von rund einer Million Euro offen.






