VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Nein, noch hat sich Münchens neuer OB Dominik Krause nicht mit der Machbarkeitsstudie für das neue Grünwalder Stadion auseinandergesetzt. "Ich kenne die Planung noch nicht, finde es aber gut, dass die Anwohnerinnen und Anwohner so früh einbezogen wurden“, erklärte der Grünen-Politiker gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" zu den Stadion-Plänen der Löwen: „Eine der großen Herausforderungen ist der Lärmschutz. Wir müssen uns anschauen, ob die Pläne rechtlich vertretbar sind. An uns soll es nicht scheitern.“

Welch Wunder: Der straffe Zeitplan, den die Löwen zuletzt verkündet hatten - von einem Eröffnungsspiel im August 2030 war die Rede, überrumpelt die Stadtspitze dann doch. „Es geht nicht immer alles so schnell, wie sich die 60er das erwarten“, warnt Sport-Bürgermeisterin Verena Dietl gegenüber der “SZ”.

Die Löwen wollen bis Ende Juli 2026 den Antrag zum Bauvorbescheid bei der Lokalbaukommission vorlegen. “Eine Bauvoranfrage gefolgt von einem Bauantrag ist für ein Vorhaben dieser Größe das formal richtige und empfohlene Vorgehen“, heißt es aus der Verwaltung.

Dass die Löwen ab Beginn der geplanten Bauarbeiten Mitte 2028 ins Olympiastadion umziehen können, erteilt Dietl schon jetzt eine Absage. “Frühestens 2029.” Erst dann sei das WM-Stadion von 1974 fertig saniert.

Die Löwen wollen das Grünwalder Stadion auf Erbpacht übernehmen und dann ein neues Projekt hinzaubern, das 27.000 Fans fasst und das erste CO2 neutrale Stadion in Deutschland werden soll. Allein die Westkurve soll Platz für 13.000 Löwen bieten. Das Projekt soll rund 125 Millionen Euro kosten.

Wer aber den Spaß bezahlen soll, ist weiter ungeklärt. Die Löwen hoffen offenbar, dass die Stadt und das Land den 1860-Traum finanziell begleiten.

db24 meint: Es scheint so, dass die Löwen zwar große Träume haben, aber nicht wirklich realistisch - zumindest im Zeitplan - an die Sache herangegangen sind. Aber: Es ehrt sie, dass sie trotz der schlimmsten Krise seit gefühlt 50 Jahren an so ein Millionen-Projekt glauben.