1860-Insolvenz rückt immer näher: Sind Tanner und Lehmann noch interessiert an den Ismaik-Anteilen?
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 22.06.2026 21:14
- 2 Minuten Lesezeit
- 236 Kommentare
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Mit diesen Worten verbreitete Präsident Gernot Mang am Sonntag auf der Mitgliederversammlung des TSV 1860 Zuversicht und Aufbruchsstimmung. Doch kann der Österreicher die Lage tatsächlich so einschätzen? Die große Zeit des Vereins liegt lange zurück. Mang ist bislang ebenso ein Abstiegspräsident, wie Hasan Ismaik ein Abstiegs-Investor ist.
Derweil liegt der „AZ“ ein Schreiben an die KGaA und die beiden Gesellschafter vor, das die Dramatik der Situation verdeutlicht. Darin heißt es, dass der TSV 1860 am Dienstag um 18 Uhr Insolvenz beim Amtsgericht München anmelden werde, sofern keine belastbare Finanzierungslösung vorgelegt wird: „Sollten wir keine Rückinformation erhalten, wie eine belastbare Finanzierung des Spielbetriebs in der KGaA erfolgen soll, werden wir am kommenden Dienstag, 23. Juni 2026, Insolvenzanträge über das Vermögen der KGaA und deren Komplementärin um 18 Uhr beim Amtsgericht München einreichen.“
Während die Stimmung in der Zenith-Halle am Sonntag nahezu euphorisch war und vielerorts lachende Gesichter zu sehen waren, reagieren jene Fans, denen vor allem der Fußball am Herzen liegt, zunehmend fassungslos auf die Entwicklung.
Denn was viele nicht wissen: Eine Insolvenz lässt sich nur bedingt steuern. Umso mehr stellt sich die Frage, warum bislang kein neuer Investor bereit ist, den Verein zu retten.
Nach Informationen von db24 wurde zuletzt auch eine Investorengruppe um den früheren Nachwuchschef Ernst Tanner als möglicher Käufer der Ismaik-Anteile gehandelt. Selbst Jens Lehmann soll sich nach db24-Informationen bis zuletzt bemüht haben, finanzielle Mittel für eine Löwen-Lösung zu organisieren.
Wer Tanner nicht mehr auf dem Schirm hat: Der gebürtige Teisendorfer war eines der prägenden Gesichter der erfolgreichen Nachwuchsarbeit des TSV 1860 unter Präsident Karl-Heinz Wildmoser. Unter seiner Verantwortung entwickelte der Verein zahlreiche spätere Nationalspieler, darunter Martin Stranzl, Benjamin Lauth, Sven Bender, Lars Bender, Marcel Schäfer und Kevin Volland. Aktuell steht Tanner, der als Freund des Fußballs gilt, noch beim MLS-Klub Philadelphia Union unter Vertrag.
Die entscheidende Frage bleibt: Wenn 1860 tatsächlich so lebendig und attraktiv ist, wie Mang behauptet – warum findet sich dann niemand, der den Löwen jetzt retten will? Eine Insolvenz würde auch einen gehörigen Dämpfer für die Giesinger Stadion-Pläne bedeuten.






