Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger eröffnet Fanshop am Flughafen - bedeutet das die Löwen-Rettung?
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 02.06.2026 06:03
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Noch immer gibt es keinen Durchbruch an der Grünwalder Straße 114. Zumindest hat der TSV 1860 weiterhin nicht kommuniziert, ob man sich mit Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik geeinigt hat und auf den Forderungskatalog aus Abu Dhabi eingeht.
Dabei drängt die Zeit, die Rettung zu finalisieren: Am Mittwoch um 17 Uhr läuft die Frist ab. Bis dahin müssen alle Unterlagen beim DFB in Frankfurt eingegangen sein - sonst droht der abermalige Absturz in die Regionalliga Bayern, in die Viertklassigkeit.
Schon jetzt ist es peinlich genug, dass daraus eine Zitterpartie auf Kosten der Fans wird. Allesfahrer Roman Wöll: “Für uns sind die letzten Tagen ein echter Horror.”
Was fordert Ismaik vom e.V., um die 2,7 Millionen Euro bereitzustellen? Anfangs waren es sieben Punkte, die der Jordanier vom Mutterverein über seine Anwälte gefordert hat. Dass der e.V. das Vorkaufsrecht abgeben solle, darauf hat Ismaik im nachhinein wieder verzichtet. Aber die anderen Punkte, die die “SZ” veröffentlicht hat, sollen in Stein gemeißelt sein. Die Punkte, auf die Ismaik besteht, lauten: “Ordnungsgemäße Finanzberichterstattung und Aufbau eines Compliance- und Finanzberichterstattungssystems bis zum 30. September 2026“; „Beauftragung eines neutralen externen Finanzexperten bis zum 30. Juni 2026“; „Ausgabebeschränkungen zur Gewährleistung einer strikten Zweckbindung neuer Mittel“; „strikte Einhaltung des genehmigten Budgets“; „Verzicht auf Herabwürdigung“; „Umstrukturierung der KGaA bis zum 31. Oktober 2026 auf der Grundlage eines vereinbarten Umstrukturierungsplans, der bis zum 30. Juni 2026 fertiggestellt werden soll.“
Punkte, die in einem Unternehmen mit einem zweistelligen Millionen-Umsatz eigentlich selbstverständlich sein sollten. Doch offenbar nicht beim TSV 1860. Der Forderungskatalog lässt tief blicken und wirft die Frage auf, warum ein Gesellschafter solche Grundsätze überhaupt schriftlich einfordern muss. Ordnungsgemäße Finanzberichterstattung, Budgettreue, Compliance-Strukturen und externe Kontrolle gelten in der Wirtschaft als Standard – bei den Löwen scheinen sie hingegen Teil eines Verhandlungspakets zu sein.
Und weil bei 1860 ohnehin vieles anders läuft als anderswo im deutschen Fußball, sorgt ausgerechnet ein anderer Termin für zusätzliche Spekulationen: Die Merchandising-Firma der Löwen, an der Hasan Ismaik 100 Prozent der Anteile hält, eröffnet am Samstag um 11 Uhr einen neuen Fanshop am Flughafen München - direkt neben dem Mc Donalds. Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass Ismaik den Verein wenige Tage zuvor in die Regionalliga Bayern abstürzen lässt, um anschließend einen neuen Löwen-Shop feierlich einzuweihen.
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Prominente Unterstützung gibt es dabei bereits. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat sein Kommen angekündigt und wird nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie eine Grußbotschaft sprechen. Aigwanger würde wohl kaum kommen, wenn die Löwen sich selbst demontieren und freiwillig in die Regionalliga gehen. Das Ministerium bezeichnet den neuen Shop als „einen neuen Anlaufpunkt für Fans des TSV 1860 München – und ein Zeichen für die Strahlkraft des bayerischen Fußballs über die Stadtgrenzen hinaus“.
Ob diese Strahlkraft auch nach Mittwoch noch auf den Profifußball ausgerichtet sein wird, entscheidet sich allerdings in den nächsten Stunden. Die Uhr tickt – und die Geduld der Löwen-Fans sowieso.






