Neue Serie zu 15 Jahre 1860 & Ismaik: Viel Geld, wenig Liebe
- VON OLIVER GRISS
- 30.05.2026 10:17
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VON OLIVER GRISS
Aus diesem Anlass veröffentlicht db24 in den kommenden Tagen eine mehrteilige Serie über 15 Jahre Ismaik bei 1860. Und keine Sorge: Wir gehen tief hinein in die Materie. Wir beleuchten Hintergründe, Machtkämpfe, Fehlentscheidungen, verpasste Chancen – und erzählen Geschichten, die viele längst vergessen haben oder nie kannten.
Denn eines gehört zur Geschichte des TSV 1860 wie die Eisbachwelle zu München: die chronische finanzielle Schwäche des Klubs. Sie ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis jahrzehntelanger Fehlentwicklungen, wirtschaftlicher Abenteuer und Vereinsführungen, die von ihrem Handeln – salopp gesagt – eher an eine Pommesbude in Obergiesing erinnerten als an ein professionell geführtes Wirtschaftsunternehmen. Die Sechzger lebten fast immer über ihre Verhältnisse.
1860 droht der Absturz in die Regionalliga: Sind Sie mit der Arbeit von Präsidium & Verwaltungsrat zufrieden?
Genau deshalb brauchten die Löwen im Frühjahr 2011 dringend einen Investor. Die Alternative wäre für den damaligen ambitionierten Zweitligisten mit der Allianz Arena im Rücken womöglich der wirtschaftliche Kollaps gewesen – mit unabsehbaren Folgen für die Zukunft dieses wunderbaren Traditionsvereins.
In letzter Minute tauchte Hasan Ismaik auf. Ein jordanischer Geschäftsmann, dessen Blick ursprünglich gar nicht nach München gerichtet war. Sein Interesse galt zunächst dem italienischen Traditionsklub AS Roma.
Zum Schicksal für beide Seiten wurde schließlich der Kontakt zum Münchner Investmentbanker Hamadi Iraki. Er war es, der die Verbindung zwischen Ismaik und dem TSV 1860 herstellte – und damit eine Partnerschaft einleitete, die bis heute für Schlagzeilen, Konflikte, Hoffnungen, Enttäuschungen und unzählige Machtkämpfe sorgt.
Mehr als 80 Millionen Euro hat Ismaik seitdem verblasen. Aufstiege, die große Rückkehr in die Bundesliga mit Stadtderbys gegen den FC Bayern oder die erhoffte wirtschaftliche Konsolidierung blieben dennoch aus. Stattdessen entwickelte sich eine Beziehung, die von gegenseitigem Misstrauen, politischen Grabenkämpfen und immer neuen Krisen geprägt war.
Dabei lohnt sich ein differenzierter Blick auf den Jordanier. Wer Ismaik persönlich erlebt hat, beschreibt ihn häufig als warmherzigen und harmoniebedürftigen Menschen. Er kam definitiv nicht nach München, um Streit und Macht zu suchen. Er wollte Erfolg, Anerkennung und die Rückkehr der Löwen in bessere Zeiten. Dass daraus eine der konfliktreichsten Partnerschaften der deutschen Fußballgeschichte werden würde, konnte damals wohl niemand ahnen.
15 Jahre später steht das Bündnis zwischen 1860 und Ismaik erneut an einem Wendepunkt. Ausgerechnet zum Jubiläum droht den Löwen der Absturz in die Regionalliga Bayern. Bis zum 3. Juni um 12 Uhr muss die Finanzierung nachgewiesen werden, andernfalls droht die Verweigerung der Drittliga-Lizenz.
Der richtige Zeitpunkt also, zurückzublicken. Auf 15 Jahre voller Hoffnungen, Versprechen, Konflikte und verpasster Chancen. Auf eine Beziehung, die beiden Seiten viel gegeben – und vielleicht noch mehr genommen hat.






