Icke wird 60: Ein ganz besonderer Ballvirtuose
- VON OLIVER GRISS UND GETTY (FOTO)
- 30.05.2026 07:31
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VON OLIVER GRISS UND GETTY (FOTO)
Häßler war vielleicht der Größte, der jemals für 1860 gespielt hat. 1990 gehörte er zu den WM-Helden von Rom, 1999 wurde er von einem gewissen Michael Skibbe in Dortmund als “Talent” abgekanzelt – dem damaligen Löwen-Präsidenten Karl-Heinz Wildmoser kam das ganz recht, sodass er diesen Top-Transfer einfädeln konnte. “Wenn der Thomas Häßler zu uns kommt, dann werden wir die Autobahn nach München blau-weiß anmalen”, sagte der Großgastronom und gab damit einen metaphorischen Vorgeschmack auf die Verehrung für den kleinen Ballvirtuosen.
Häßler wurde gleich in seinem ersten Jahr bei 1860 zum Superstar, führte die Löwen nicht nur zu zwei Derby-Triumphen gegen den FC Bayern, sondern lenkte den Klub auch auf Platz vier – die beste Platzierung in den letzten 50 Jahren der Vereinsgeschichte. Übrigens alles ganz ohne Giesing-Power. Häßler wurde aber gedemütigt – vom eigenen Sportdirektor Edgar Geenen, der eine Beziehung mit Häßlers Frau begann. Erst als Wildmoser seinen Sportchef feuerte, drehte auch Häßler wieder auf.
2003 konnte sich 1860 seinen Topverdiener Häßler nicht mehr leisten – die Kirch-Krise lässt grüßen. Seine Karriere ließ er anschließend beim SV Wüstenrot Salzburg in Österreich ausklingen. Weit weniger erfolgreich verlief seine Trainerlaufbahn. Kurz vor dem Start der Saison 2025/26 kehrte Icke als Trainer zum Berliner Bezirksligisten FC Spandau zurück.
Größere Aufmerksamkeit erhielt der frühere Weltmeister zuletzt ohnehin im Fernsehen: Häßler nahm sowohl an der RTL-Show “Let’s Dance” als auch am Dschungelcamp teil. Für Schlagzeilen sorgte er zudem, als er seine Weltmeister-Medaille von 1990 versteigern ließ.
Heute wird Häßler 60 Jahre alt. Für viele Löwen-Fans bleibt er bis heute der beste Fußballer, den sie jemals im Trikot des TSV 1860 gesehen haben – und das Gesicht jener kurzen Zeit, in der München plötzlich nicht nur rot, sondern auch ein bisschen blau war.






