VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Seit Jahrzehnten gehört das zum festen Ritual rund um den TSV 1860 München: Wenn die Löwen am Trainingsgelände aus der Kabine kommen, warten draußen schon die Kiebitze. Mal sind's mehr, mal weniger. Auch am Dienstagnachmittag war das nicht anders. Einer der Beobachter, der eher selten vor Ort ist, rief 1860-Torjäger Sigurd Haugen zu: „Bleib bei den Löwen!“ Der 28-jährge Wikinger antwortete mit Maske im Gesicht und ohne zu zögern: „Yes, ich bleibe.“

Wie viel diese Worte tatsächlich wert sind, wird sich allerdings erst in den kommenden Wochen zeigen. Bekanntlich gilt Haugen längst als begehrtes Objekt in der Zweiten Liga. Mindestens drei Klubs sollen bereits ihre Fühler ausgestreckt haben. Für den TSV 1860 ist die Ausgangslage klar: Jetzt könnte man für den Norweger noch eine Ablöse kassieren, im Sommer 2027 wäre Haugen ablösefrei zu haben.

Dabei ist der schnelle Stürmer längst zur Lebensversicherung der Münchner Löwen geworden. 16 Treffer stehen bislang auf seinem Konto. Und hätte ihn die Verletzung nicht zwischenzeitlich ausgebremst, wäre vermutlich sogar die 20-Tore-Marke drin gewesen. Vielleicht legt Haugen ja im Saisonfinale in Verl (Samstag, 13.30 Uhr, db24-Ticker) noch einmal nach. Fraglich bleibt dagegen, ob Kevin Volland, Florian Niederlechner und David Philipp überhaupt mitwirken können: Das Trio absolvierte zu Beginn der Trainingswoche lediglich Einheiten im Kraftraum. Auch Jesper Verlaat und Philipp Maier wurden am Trainingsgelände gesichtet: Für beide ist die Saison vorbei.

Nochmal zurück zu Haugen: Bei Patrick Glöckner hatte Haugen einen äußerst schweren Stand, war teilweise nur Stürmer Nummer 3. Beim 1:2 in der Vorrunde in Rostock, so erzählt man, hatte der frühere Löwen-Trainer in der Halbzeitpause den Norweger in einem Monolog an die Wand “geklatscht” und ausgewechselt. Erst unter Markus Kauczinski konnte sich der Sommer-Neuzugang richtig entwickeln und lieferte erwartungsgemäß…