VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Dass der TSV 1860 wieder an den Aufstiegsplätzen in der Dritten Liga ranschnuppern darf, ist vor allem ein Verdienst von Markus Kauczinski. Der erfahrene Löwen-Trainer hat die Statik der Mannschaft verändert und sie deutlich stabiler gemacht. Und trotzdem gibt es weiterhin eine Problemzone: die linke Seite.

Während 1860 über rechts dank des wiedererstarkten Tim Danhof ordentlich Druck entwickelt, kommt über links nach wie vor zu wenig. Besonders auffällig war das beim jüngsten 0:0 gegen Wehen Wiesbaden: Kaum Offensivakzente, viele Rückpässe, wenig Durchschlagskraft.
db24 sprach Kauczinski unter der Woche genau auf dieses Thema an – und der 56-Jährige bestätigte den Eindruck: „Wenn ich das gesamte Bild sehe: Auf der rechten Seite mit Tim Danhof und Kevin Volland sind wir gefährlich, mit Siggi übers Zentrum sind wir gefährlich. Aber über die linke Seite ist es noch nicht so, wie man sich das wünscht, egal in welcher Konstellation. Das sehe ich genauso.“

Zuletzt bildeten Marvin Rittmüller („Er hat Höhen und Tiefen“) und Maxi Wolfram das linke Tandem. Ein Versuch, der nur bedingt funktionierte. „Ich hatte gehofft, dass sich was einspielt“, sagte Kauczinski. Vieles spricht deshalb dafür, dass der Löwen-Coach beim Drittliga-Hit in Duisburg am Sonntag (16.30 Uhr, db24-Ticker) auf dieser Seite etwas verändert. „Natürlich muss ich gucken, wie wir das gefährlicher hinkriegen.“

Das Problem: Kilian Jakob und Manuel Pfeifer, die im vergangenen Sommer genau für diese Positionen geholt worden waren, wurden beide von Verletzungen ausgebremst. Während Jakob erneut mehrere Wochen ausfällt, hat sich der Österreicher Pfeifer zumindest wieder in die Nähe des Kaders herangekämpft.

Und was ist mit Clemens Lippmann, der zuletzt auffällig oft gar nicht mehr zum Einsatz kam? Auch dazu bezog Kauczinski auf db24-Anfrage klar Stellung: „Bei der letzten Einwechslung hat Lippi wilde Sachen gemacht, ist in drei, vier Leute in der eigenen Hälfte reingerannt – und hat natürlich gefährliche Momente gegen uns kreiert. Und solange ich nicht das Gefühl habe, er weiß, was er tut, bin ich vorsichtig in solchen Momenten, zu wechseln. Es kann sein, dass er mal vorbeikommt und eine Flanke bringt. Aber es kann auch sein, dass er hinten versucht, zu dribbeln und den Ball 30 Meter vor dem eigenen Tor verliert – und das Spiel geht 0:1 aus. Und das muss ich ins Kalkül ziehen.“