VON OLIVER GRISS, IMAGO UND GETTY (FOTO)

Daniel Wein gehört zu den Aufstiegshelden von 2018.

In zwei verrückten Spielen rang man den favorisierten 1. FC Saarbrücken nieder: Wein stand beide Male jeweils 90 Minuten auf dem Rasen – seitdem spielt der TSV 1860 in der Dritten Liga. Dass sich die Löwen seitdem im Kreis drehen, das hätten vermutlich nur die wenigsten gedacht…

Nachdem der heute 32-jährige Wein seine Profi-Karriere 2023 aus gesundheitlichen Gründen beenden musste, juckt es ihn inzwischen wieder in den Füßen. Der Mittelfeldspieler hat wieder Lust auf Fußball und schnürt neuerdings seine Schuhe für die Ü32 der Löwen. Am vergangenen Montag gab Wein beim 4:0-Testspielsieg über den SC München sein Comeback im 1860-Trikot. Am Samstag wird er neben Armin Störzenhofecker, Holger Greilich, Timo Gebhart, Necat Aygün & Co. für die Traditionsmannschaft der Löwen auflaufen – gegen einen Sponsor. Anpfiff ist um 13 Uhr. „Ich bin wieder einigermaßen fit nach fast zweieinhalb Jahren Verletzung. Mich freut es, dass ich wieder für 1860 spiele, wenn auch nur bei den Senioren“, erklärte Wein gegenüber db24.

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Wein und 1860 – das ist eine besondere Beziehung. Er begann seine Karriere Anfang der 2000er Jahre an der Grünwalder Straße, wechselte 2005 zum FC Bayern. Für den großen Durchbruch reichte es dort nicht, 2017 kehrte er aus Wiesbaden zu den Löwen zurück. Wein brachte Identität zurück – und damit auch den Aufstieg. 123 Spiele absolvierte der Mittelfeldspieler für 1860 in der Dritten Liga – damit taucht er in den Top 5 der Drittliga-Löwen auf. Die meisten Spiele für die Löwen auf dieser Ebene machte mit 218 Einsätzen Marco Hiller, der seit vergangenem Sommer für KAS Eupen in der zweiten belgischen Liga spielt.

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Das Aufstiegsrennen der Löwen verfolgt Wein ganz genau. „Momentan machen es die Löwen überragend. Fünf Siege in der Liga sprechen für sich.“ Weins Eindruck: „Sie wirken sehr gefestigt und ich denke, dass sie eine große Chance haben, weil sie in einer so wichtigen Saisonphase wahrscheinlich mit am meisten Selbstvertrauen haben.“ Was Wein sagen will: Die Krisen haben die Löwen in dieser Saison bereits gemeistert. Außerdem glaubt der frühere Jugend-Nationalspieler: „Die Jägerrolle passt besser zu den Löwen. Das ist einfacher, als der Gejagte zu sein, weil die anderen Vereine einfach mehr zu verlieren haben. Und unsere Jungs wissen, wo sie herkommen und wo sie vor einigen Spieltagen noch waren. Deswegen haben sie eigentlich nur etwas zu gewinnen …“

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Wein geht an diesem Wochenende als db24-Tippexperte ins Rennen und vermutet, dass die Löwen ihre Erfolgsserie weiter ausbauen: „1860 gewinnt mit 2:1 gegen Wiesbaden.“ Es wäre der sechste Sieg in Folge.
Einer der Erfolgsgaranten ist aus Weins Sicht natürlich auch Markus Kauczinski: „Der Trainer macht es meiner Meinung nach wirklich gut. Es herrscht natürlich auch wegen des sportlichen Laufs gerade viel Ruhe im Verein – und von dem, was man hört, bekommt Kauczinski das mit der Belastungs- und Trainingssteuerung sehr gut hin.“ Heißt übersetzt: Der Löwen-Dompteur weiß ganz genau, wann er Gas geben muss und wann er seinen Spielern Zeit zum Durchschnaufen geben muss.