Fall Mueller: "Die behaupteten Pflichtverletzungen haben sich nicht bestätigt"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 29.01.2026 10:49
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Oliver Mueller kämpft um seine Abfindung.
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Als der TSV 1860 im vergangenen Herbst Geschäftsführer Dr. Christian Werner und Trainer Patrick Glöckner beurlaubte, sprach Präsident Gernot Mang von der Aufstellung einer neuen Organisation in der KGaA – neuer Geschäftsführer ist bislang aber lediglich NLZ-Chef Manfred Paula geworden. Erst als Interims-Boss, später dann endgültig befördert. Sonst ist nichts passiert. Auch der frühere Publikumsliebling Benny Lauth galt als heißer Kandidat für einen Posten. Ebenso wurde der frühere 1860-Aufstiegsheld Matthias Imhof nach db24-Informationen mit einer Rolle im NLZ in Verbindung gebracht.
Vor allem im Finanzbereich würde den Löwen Erfahrung und Expertise guttun – zumal der kaufmännische Geschäftsführer prinzipiell auch dafür da ist, Gelder aufzutreiben, Sponsoren zu locken, Gespräche zu führen und die Organisation in der Gesamtheit weiterzuentwickeln. Gerade bei 1860 gibt es viele Baustellen.
Seit der fristlosen Kündigung von Oliver Mueller im Spätsommer 2024, den der e.V. mithilfe von 50+1 installiert hatte und damit Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik brüskierte, hat der Drittliga-Dino auf dieser Position keinen Ersatz präsentiert. Zum Vergleich: Dynamo Dresden arbeitete in der Vorsaison mit drei Geschäftsführern – für die Bereiche Sport, Kommunikation und Finanzen. Und auch der 1. FC Saarbrücken, der sich derzeit neu aufstellen will, plant mit drei Vorständen.
Warum es bei 1860 bislang keine weiteren Personalentscheidungen gab, darüber kann nur spekuliert werden: Liegt es am fehlenden Geld – oder warten die Bosse schlicht ab, bis ein Nachfolger für Hasan Ismaik gefunden ist? Der Jordanier will seine 60 Prozent an der KGaA weiterhin verkaufen. Immer wieder gibt es nach db24-Informationen Interessenten – auch aus dem Ausland.
Klar ist: Die Geschichte mit Oliver Mueller ist noch nicht vorbei. Der Kurzzeit-Löwe pocht auf eine angemessene Abfindung für seinen ursprünglich bis zum 30. Juni 2026 laufenden Arbeitsvertrag in der KGaA des TSV 1860. Die Mueller-Seite hatte im Oktober 2025 einen Vorschlag in Höhe von 383.000 Euro unterbreitet – die Löwen lehnten ab. Präsident Mang begründete dies seinerzeit vor Gericht: „Unser Thema ist, dass wir eine vernünftige Einigung erzielen. Mit Laptop, mit VIP-Tickets – das sind Sachen, die für mich nicht mehr seriös sind …“
Bislang haben sich die Parteien auf keinen Finanzausgleich geeinigt. „Das Verfahren zwischen unserem Mandanten und der TSV 1860 Geschäftsführungs-GmbH ist weiterhin anhängig“, erklärte Muellers Medienanwältin Dr. Isabel Plum-Schneider gegenüber db24. „Die behaupteten Pflichtverletzungen haben sich nicht bestätigt. Unser Mandant steht auch einer außergerichtlichen Einigung auf fairer und sachgerechter Basis weiterhin offen gegenüber.“
Und weiter: „Leider ist das derzeit von der Gegenseite unterbreitete Angebot weder angemessen noch geeignet, eine solche Einigung zu erzielen.“ Die nächste mündliche Verhandlung vor dem Landgericht München ist für den 26. Februar um 9.30 Uhr angesetzt. Sollte man sich vorher noch einigen, wäre der Termin hinfällig.






