VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Ingolstadts Cheftrainer Michael Köllner (54) ist immer mal wieder in München, um sein Lieblingslokal, die “Tagesbar” in der Grünwalder Straße zu besuchen. Heute kehrt er mit dem FC Ingolstadt in die bayerische Landeshauptstadt zurück, um in seinem alten Wohnzimmer gegen 1860 zu gewinnen.

Dass er nach Kult-Trainer Werner Lorant auf die längste Amtszeit als Cheftrainer bei 1860 (rund 3,5 Jahre) zurückblicken kann, macht Köllner stolz, wie er gegenüber “Sport1” zugibt: “Nach Daniel Bierofka die Münchener Löwen zu übernehmen, war nicht einfach. Damals war die Mannschaft sportlich wie mental in keinem guten Zustand. Die Spieler waren auch von den Nebengeräuschen belastet. Am Ende ist es mir gelungen, Ruhe reinzukriegen und den Klub zu stabilisieren. Auch wären wir zweimal fast aufgestiegen, das war schon eine insgesamt tolle Zeit. Ich schaue gerne zurück, weil die Vergangenheit immer ein Teil von einem ist, aber die Zeit ist vorbei. Nun bin ich Trainer beim FCI, das ist es, was zählt.”

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Dass es nach seiner Beurlaubung nicht besser bei 1860 geworden ist, dürfte ihn nicht wundern. Schadenfreude kennt er aber nicht. “Ich spüre keine Genugtuung. Das Ende war damals absehbar. Es war klar, dass mich gewisse Leute nicht mehr an der Seitenlinie haben wollten. Und daher wusste ich nach so manchen Gesprächen, dass der nächste Fehltritt, also die nächste Niederlage, mir meinen Job vermutlich kosten kann. Daher war ich vorbereitet”, erklärte Köllner. Zu seinen Gegnern gehörte u.a. Präsident Robert Reisinger, der mit ihm anders gesprochen hat, als die geleakten E-Mails des Unternehmensberaters beweisen.

Dass Köllner nach seinem Rauswurf bei 1860 so schnell wieder einen Job in der Dritten Liga übernehmen werde, stand eigentlich nicht auf seinem Karriereplan: “Was ich nicht wusste, dass ich schon einige Wochen später in Ingolstadt einen neuen Klub übernehmen werde. Ich hatte mich nämlich auf eine längere Pause eingestellt (lacht). Rachegelüste habe ich also nicht, ganz im Gegenteil. Die Zeit bei 1860 nimmt mir niemand und von sehr vielen Löwen-Fans bekomme ich noch immer positives Feedback.”