VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Zerfällt 1860 jetzt von innen?

Die “AZ” berichtete am Montagabend, dass Vize-Präsident Heinz Schmidt vor dem Rücktritt beim kriselnden Drittligisten steht. Das deckt sich auch mit den Informationen von db24. Am Freitag hatte uns zudem ein Löwen-Fan informiert, der Schmidt in der Münchner Traditionswirtschaft “Schneider-Weisse” getroffen hat. Angesprochen auf das Löwen-Chaos soll Schmidt ihm u.a. auch gesagt haben, dass er das Amt nicht mehr mit seiner Arbeit als Steuerberater koordinieren könne. Wenige Stunden zuvor wurde Schmidt noch am 1860-Trainingsgelände gesichtet.

Schmidt, der am Sonntagabend fernab der Ehrentribüne das 1:1 gegen Zweitliga-Absteiger SV Sandhausen verfolgte, soll schon seit einigen Monaten amtsmüde sein. Es heißt in seinem Umfeld, dass er eigentlich schon im Dezember zurücktreten wollte, der Verwaltungsrat soll ihn aber noch einmal umgestimmt haben - auch um nach außen offenbar den Schein zu wahren.

Genießen Verwaltungsrat und Präsidium noch Ihr Vertrauen?

Umfrage endete am 08.02.2024 18:00 Uhr
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Jetzt soll aber die Zeit endgültig reif sein, nach vielen Jahren sein Amt zur Verfügung zu stellen. Die “AZ” vermutet, dass es sich noch bis zum Sommer hinziehen könnte. Möglich ist aber auch schon in dieser Woche ein Schmidt-Rückzug. In Wasserburg sagen seine Bekannten, dass er auch um seinen guten Ruf als Steuerberater fürchte. Zudem hat er im vergangenen Sommer eine Schock-Nachricht bekommen: Seine Kanzlei in Wasserburg ist komplett abgebrannt.

Gegenüber der “AZ” wollte Schmidt, der beim denkwürdigen Zwangsabstieg 2017 vor die Kameras trat und eine sehr unglückliche Figur abgab, seinen Rücktritt weder bestätigen noch dementieren.

Schmidt bewarb sich seinerzeit per Email für das Amt des Vize-Präsidenten und bekam den Zuschlag. Er ist seit einigen Jahren das einzige Präsidiumsmitglied, das für seine steuerrechtliche Arbeit als Schatzmeister im e.V. einen niedrigen vierstelligen Betrag bekommt.

Erste Risse bekam das Präsidium im Sommer 2023, als Präsident Robert Reisinger in der Causa Horst Heldt einen Alleingang wagte - und dadurch die beiden Vizes Hans Sitzberger und Heinz Schmidt ausspielte. Auch die Nichtverlängerung des emsigen Geschäftsführers Marc Pfeifer soll für zusätzliche Brisanz und Unstimmigkeiten im Präsidium gesorgt haben.

Wer könnte auf Schmidt, der seit 1999 Löwen-Mitglied ist, folgen? Aus dem aktuellen Verwaltungsrat rückt wohl kaum einer nach. Sebastian Seeböck, über den immer wieder gesagt wird, dass er Ambitionen hätte, hat sich vor vielen Jahren selbst ins Abseits gestellt - mit dem “Not welcome”-Plakat zu Zweitliga-Zeiten gegen Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik. Ja, und da wäre noch die Nadelstichpolitik-Mail aus dem Dezember 2017, die einen dunklen Schatten auf das höchste Kontrollgremium des e.V. wirft…

Steht der TSV 1860 vor einer Radikalveränderung? Nach knapp sieben Jahren Stümperei braucht der Altmeister von 1966 einen neuen Kurs, um nicht seine Fans und treue Sponsoren endgültig zu verlieren.

Die Zeichen stehen auf: Freiheit für Sechzig.

In einer db24-Umfrage, an der deutlich über 10.000 User teilnahmen, sind 91 (!) Prozent der Stimmen für einen sofortigen Rückzug des Präsidiums und Verwaltungsrats.