VON MARCO BLANCO UCLES UND STEFAN MATZKE (FOTO)

Die Szene, die sich nach der Partie zwischen Mannheim und den Löwen (3:1) in den Katakomben abspielte, war bezeichnend: Während Waldhof-Kapitän Marcel Seegert fröhlich eine Kiste Bier in die Kabine der Schwarz-Blauen trug, trottete Raphael Holzhauser mit gesenktem Kopf zu den wartenden Journalisten, um die 1:3-Pleite seines neuen Arbeitgebers zu erklären.

Der unter der Woche in München-Giesing angekommene Leihspieler von der OH Leuven redete nach der Partie gar nicht lange um den heißen Brei herum: “Nach dem Ausgleich hat man der Mannschaft die Verunsicherung angemerkt. Wir haben die zweite Halbzeit verschlafen. Es ist genug geredet worden, es müssen Taten auf dem Platz folgen!”

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Eine Ansage, die freilich auch für Holzhauser selbst gilt. Denn nach einer ordentlichen ersten Halbzeit mit einigen Glanzmomenten verfiel auch der Österreicher in den Löwen-Trott, baute deutlich ab. Besonders auffällig: Der 29-Jährige wirkte ab der 60. Minute müde, konnte kaum mehr Impulse setzen. Unterschiedsspieler - von diesem Begriff war zuletzt häufig die Rede - sieht anders aus.

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Positiv bei Holzhausers Debüt: Er lieferte in Sachen Körpersprache das ab, was die Verantwortlichen von ihm im Zuge seiner Verpflichtung verlangt hatten: Immer wieder rüttelte er seine Mitspieler wach, gab lautstarke Kommandos. Einzig: Einen Leader zeichnet über die Körpersprache hinaus noch sein sportlicher Mehrwert für das Team aus. Zu selten konnte der Bundesliga-erfahrene Holzhauser diesen auf den Platz bringen.

Eine bittere Erkenntnis: Der Versuch mit Kobylanski und Holzhauser auf der Doppel-Acht ist krachend gescheitert. Zumindest gegen Gegner, die ebenfalls am Spiel teilnehmen möchten, dürfte diese Variante kaum eine Option für die Zukunft darstellen. Anders verhält es sich natürlich gegen tiefstehende Gegner. In solchen Partien können technisch beschlagene,aber nicht gerade laufstarke Spieler wie Kobylanski und Holzhauser den Unterschied machen. Gegen Gegner wie den Waldhof jedoch wird mit diesen zwei Akteuren das Mittelfeld viel zu schnell überbrückt, kommt der Löwe in eine Unterzahlsituation nach der anderen. Eine harte, aber deutliche Erkenntnis aus dem Mannheim-Spiel.

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Was bleibt nun nach diesem misslungenem Holzhäuser-Debüt (db24-Note 5) hängen? Zum einen die Erkenntnis, dass die Technik des Österreichers für die Dritte Liga überdurchschnittlich gut ist. Zum anderen aber, dass Kämpfen und Rennen nicht wirklich zu seinen Stärken zählen - und genau so hatte db24 den Österreicher erwartet, als wir im Vorfeld schrieben: “Laufrekorde und das Thomas-Miller-Syndrom braucht man sich vom ehemaligen Nationalspieler nicht erwarten.”

1:3 in Mannheim: Warum legte 1860 diesen Fehlstart hin?

Umfrage endete am 29.01.2023 08:00 Uhr
Falsches System!
34% (3195)
Fehlende Einstellung der Spieler!
30% (2826)
Kurzum: Die Mannschaft ist nicht besser!
21% (1912)
Wir haben keinen echten Stürmer!
5% (449)
Kobylanski & Holzhauser zusammen - das funktioniert nicht!
4% (370)
Fitness-Manko!
3% (281)
Torwart Hiller gibt keine Sicherheit
3% (261)

Teilnehmer: 9294

Der Löwe jedoch befindet sich in einer Liga, in der Kämpfen und Rennen zu den essenziellsten Dingen gehören. Ob Holzhauser dennoch der erhoffte Unterschiedsspieler im Aufstiegskampf werden kann, wird sich zeigen. Nächste Bewährungsprobe: Kommendes Wochenende gegen den FSV Zwickau (Samstag, 14 Uhr, db24-Ticker). Ein Gegner, der Holzhauser von der Spielanlage her besser liegen dürfte - genauso wie Nebenmann Kobylanski.