VON MARCO BLANCO UCLES UND ULI WAGNER (FOTO)

Der Kapitän ist von Bord - zumindest für ein Spiel…

Stefan Lex (32) steht den Löwen im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue (heute, 19 Uhr, db24-Ticker) nicht zur Verfügung - Oberschenkelprobleme. Die große Frage: Wer ersetzt den Spielführer in der Startelf? Eine Option: Martin Kobylanski (28).

Der Neuzugang aus Braunschweig saß zuletzt gegen Duisburg (4:1) und in Elversberg (1:4) lange auf der Bank, wurde jeweils erst in der Schlussphase eingewechselt. In den ersten sechs Ligaspielen hingegen begann Kobylanski jedes Mal von Beginn an. Nach zwei Partien auf der Reservebank könnte es nun gegen Aue das Startelf-Comeback geben - auch weil bei 1860 spielerische Lösungen gegen die vermutlich tief stehenden Sachsen gefragt sind.

Löwen-Coach Michael Köllner (52) weiß um die technischen Fertigkeiten seiner Nummer 10, lobte zuletzt nach dem Totopokal-Spiel der Sechzger gegen Türkgücü: “Wenn Martin Kobylanski seine Füße im Spiel hat, kommt häufig ein Tor heraus.” Kobylanski hatte gegen den Stadtrivalen technisch anspruchsvoll den 1:0-Führungstreffer beim 3:1-Erfolg erzielt.

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369 Minuten stand der offensive Mittelfeldspieler in dieser Saison bislang in der Dritten Liga auf dem Platz, erzielte zwei Treffer und legte zwei weitere auf. Alle 92 Minuten also war Kobylanski direkt an einem Löwentor beteiligt. Eine Statistik, die sich durchaus sehen lassen kann. Zudem war Kobylanski in wichtigen Momenten zur Stelle, traf zweimal zur 1:0-Führung (Halle und Meppen).

Die nackten Zahlen also sprechen für Kobylanski - beispielsweise im Vergleich zu einem andern möglichen Lex-Ersatzmann, Erik Tallig.

Was noch besser werden muss hingegen ist die Körpersprache Kobylanskis. Zu häufig taucht er unter in den Spielen, zu selten beweist er - gerade in schwächeren Phasen von 1860 während einer Partie -, dass er das Zeug zum Führungsspieler hat. Zudem erhofft man sich in München-Giesing noch mehr Gefahr durch Kobylanskis Standards.

Kobylanski ist ein Spieler, der das Vertrauen seines Trainers spüren muss. Wochenlang nur von der Bank zu kommen liegt ihm nicht - siehe vergangene Saison in Braunschweig. Gegen Aue könnte es für den Mittelfeld-Strategen die nächste Chance von Beginn an geben. Das Zeug, diese auch zu nutzen, besitzt Kobylanski allemal.