VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)

Michael Köllner hat zu den Beleidigungen in der Löwen-Kurve gegenüber Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik und auch den Anfeindungen gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp eine klare Meinung. “Man muss sich immer überlegen, was ist, wenn das mein Gesicht wäre? Rassismus, Beleidigung - all das ist für mich ein Unding. Ich hoffe, dass dies aus den Stadien verschwindet”, hatte der Löwen-Trainer vor dem 3:0-Triumph in Jena gesagt. Trotzdem zeigte ein Unverbesserlicher im Gästeblock das Plakat mit dem durchgestrichenen Ismaik-Kopf, andere sangen das sogenannte Scheich-Lied - bis Köllner selbst in die Kurve ging, um auf den Vorsänger einzuwirken, damit ein möglicher Spielabbruch verhindert wird.

Via Facebook meldete sich Ismaik nun zu Wort und bedankte sich bei Köllner. “Er ist nicht nur ein toller Trainer, sondern auch ein Mensch mit Weitsicht und Feingefühl”, schrieb der Jordanier. “Er hat sich von den Beleidigungen gegen mich in der Kurve distanziert. Das ist für mich ein starkes Zeichen und verdient meinen allerhöchsten Respekt. Danke!” Präsident Robert Reisinger hatte zuletzt in einer Erklärung behauptet, dass Ismaik kein Diskriminierungsopfer sei.

Präsidium & Geschäftsführung halten sich zurück: Sind das Scheichlied ("Scheiß auf den Scheich") und der Banner mit dem durchgestrichenen Ismaik-Kopf eine Beleidigung?

Umfrage endete am 22.03.2020 11:00 Uhr
Ja!
79% (4868)
Nein!
21% (1322)

Teilnehmer: 6190

Lobende Worte richtete Ismaik auch an die Mannschaft, die seit 14 Spielen unbesiegt ist: “Ich bin sehr stolz auf Euch! Es ist ein herausragendes Gefühl, wie ihr den TSV 1860 seit Monaten präsentiert. Der 3:0-Sieg in Jena ist das Ergebnis Eurer tollen Arbeit. Ich bin mir sicher, dass der Weg nach oben noch nicht zu Ende ist.”

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