Eltersdorfs Vorstand Kammermeyer: "Bierofka hätte 1860 vor allem in den letzten zwei Jahren richtig gut getan"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 04.11.2026 10:19
- 3 Minuten Lesezeit
- 167 Kommentare
Daniel Bierofka hinterließ seine Spuren bei 1860.
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Durch den Zwangsabstieg der Sechzger kommt der Regionalliga-14. in den Genuss, sich mit dem Traditionsverein aus München-Giesing messen zu dürfen. „Das ist eine einmalige Geschichte“, schwärmt Eltersdorfs Vorstand Roland Kammermeyer im db24-Gespräch: „Wir hatten schon mal den 1. FC Nürnberg zu einem Freundschaftsspiel da, auch schon gegen die Bayern-Amateure gespielt – aber 1860 hat natürlich auch einen klangvollen Namen. Wir freuen uns auf die Löwen.“

Die Eltersdorfer Vorstandschaft: In der Mitte unser Gesprächspartner Roland Kammermeyer.
Für Kammermeyer ist der Besuch der Sechzger ein Jackpot. „Was Besseres kann der Regionalliga nicht passieren – und wir sind als kleiner Dorfverein unheimlich stolz, dass 1860 unser Gast ist. Wir sind der kleinste Verein in der Regionalliga. Wir wissen, dass es gegen die Löwen schwer wird, trotzdem wollen wir gegen sie was holen.“ Dass die Eltersdorfer durchaus für Überraschungen gut sind, haben sie in dieser Saison bereits bewiesen – unter anderem mit Siegen in Buchbach und beim FC Bayern II.
Während sich die Mannschaft, die dreimal die Woche trainiert, auf die Löwen vorbereitet, läuft hinter den Kulissen die Organisation auf Hochtouren. „Wir sind in den letzten Planungen“, berichtet Kammermeyer: „Wir haben heute noch einmal ein Gespräch mit der Polizei.“
Ein Thema trübt allerdings die Vorfreude: Anders als andere Vereine dürfen die Eltersdorfer keine Paletten als Erhöhungen für die Zuschauer aufstellen. Kammermeyer macht aus seinem Ärger keinen Hehl: „Da sind wir ziemlich stinkig. Wir bedauern das für die Zuschauer, dass wir das nicht anbieten können. Uns wurde gesagt, wir müssen aus Brandschutzgründen darauf verzichten.“
Der Fußball ist das Flaggschiff des SC Eltersdorf mit seinen 1.200 Mitgliedern. „Die Fußballer sind das Aushängeschild des Vereins. Für uns ist es eine Ehre, in der Regionalliga spielen zu dürfen. Wir wissen aber, wo wir herkommen“, sagt Kammermeyer. Bei seiner Auflistung vergisst er auch die anderen Sparten nicht: „Auch die anderen Abteilungen beim SC Eltersdorf leisten hervorragende Arbeit.”

Wie viele Amateurvereine beschäftigt auch den SCE die Frage, wer künftig noch mit anpackt. Kammermeyer formuliert es drastisch: „Das Ehrenamt ist eine aussterbende Generation.“
In der Debatte um die Regionalliga-Reform unterstützt der Eltersdorfer Vorstand den Vorschlag von BFV-Präsident Dr. Christoph Kern. „Wir als SC Eltersdorf würden die Regionalliga Bayern in der jetzigen Form gerne beibehalten“, erklärt er: „Vom 22/5-Modell haben alle was, vor allem alle Regionalliga-Meister können endlich aufsteigen.“
Und wie blickt Kammermeyer auf die Entwicklung beim TSV 1860? Der 60-Jährige ist nach eigener Aussage „auch ein Münchner, aber kein Blauer“. Dem Neustart der Löwen in der Regionalliga kann er durchaus etwas abgewinnen: „Ich sehe das als Neuanfang, bei dem sich 1860 freischwimmen kann. Im Nachhinein hätte man sich das ganze Ismaik-Theater sparen können. Es wäre wahrscheinlich sinnvoller gewesen, wenn man ihn nicht mit ins Boot genommen hätte. Man hätte sich viel Ärger sparen können.“
Wenn Kammermeyer an einen typischen Sechzger denkt, fällt ihm vor allem ein Name ein: Daniel Bierofka. „Er ist für mich der Prototyp des Löwen. Bierofka hätte 1860 vor allem in den letzten zwei Jahren richtig gut getan. Die Fans schätzen ihn.“
