Regionalliga Bayern muss weg? BFV kontert Seitz-Attacke
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 03.11.2026 16:11
- 2 Minuten Lesezeit
- 36 Kommentare
Dr. Christoph Kern will das 22/5-Modell vorschlagen.
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Der 50-Jährige sagte im MagentaSport-Podcast “4zu3”: „Ich bin komplett anderer Meinung als der Verbandspräsident (Dr. Christoph Kern, d. Red.), der die Regionalliga Bayern unbedingt beibehalten will. Was soll das? Ich verstehe es nicht! Die Regionalliga Bayern gehört tatsächlich aufgelöst, weil es dort kaum Vereine gibt, die in Richtung 3. Liga wollen. Teilweise gibt es dort Stadien, die überhaupt nicht regionalligatauglich sind…Da muss eine Lösung her. Dass Bayern sich dagegen wehrt, ist eine absolute Unverschämtheit!“
Diese drastischen Worte wollte der Bayerische Fußball-Verband nicht auf sich sitzen lassen und antwortete mit einer schnippischen Antwrot auf dem Insta-Kanal von MagentaSport in Richtung Seitz: “Lieber Jochen Seitz, ja, die Emotion . . . für uns in der Tat unbegreiflich, dass Sie es 137 (!!) Spiele lang als Trainer an der Seitenlinie in der Regionalliga Bayern ausgehalten haben. In einer Spielklasse, die Ihnen vielleicht etwas gegeben, womöglich auch den Weg zu Höherem geebnet hat – und die sie jetzt abschaffen möchten, wo Sie nicht mehr da sind, aber noch schwer damit zu tragen haben, gegen einen Klub dieser sportlich unbedeutenden Liga eine schmerzliche Niederlage bezogen zu haben.” Seitz war Trainer von Viktoria Aschaffenburg und nutzte diesen Klub und auch die Regionalliga als Sprungbrett.”
Und weiter: “Wir nehmen Ihnen das nicht krumm, weil Fußball ja von Emotion lebt und wir diese Emotion lieben. Und da passt es ja perfekt ins Bild, dass Sie Zahl der Zuschauerinnen und Zuschauer als maßgeblich bezeichnen. Gefühlt mag das so sein, im Fußball aber wird nach wie vor am Ende noch nach Punkten und Toren abgerechnet. Fakten entscheiden Aufstiege, Ergebnisse eben. Und weil wir Fakten fast so gerne wie Emotionen haben, wollen wir an dieser Stelle festhalten, dass jüngst aus der Regionalliga Bayern nicht mehr, aber auch nicht weniger Klubs einen Lizenzantrag für die 3. Liga gestellte hatten als im Nordosten. Das haben Sie bei all der Emotion schlicht vergessen. Nicht tragisch. Ebenso wenig wie die sportliche Bilanz der Klubs aus der Regionalliga Bayern in den Drittliga-Aufstiegsspielen. Nix für ungut. Sie sind ja ohnehin nicht mehr da, in dieser vierten Liga. Sie sind jetzt eine Etage höher daheim. Glücklicherweise wird in der 3. Liga am Ende die Tabelle entscheiden und nicht die Zuschauerzahlen. Wir müssten uns sonst ernsthaft Sorgen machen, dass irgendeiner aus purer Emotion auf die Idee käme, den von Ihnen aktuell trainierten SV Wehen Wiesbaden – aktuell Tabellen-14. des Publikums-Rankings – absteigen lassen zu wollen. In diesem Sinne, passe Sie gut auf sich auf!”
Was sicher ist: Es wird garantiert nicht das letzte Wort in einer emotionalen Diskussion um die Regionalliga-Reform sein.
