Aufstieg ja, neue Schulden nein: Mang steckt den Löwen-Kurs ab
- VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
- 29.10.2026 09:01
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VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
Und die große Frage vor dem Heimspiel gegen den Tabellenzweiten TSV Buchbach (Freitag, 19 Uhr, db24-Ticker): Wie steckt die Mannschaft von Trainer Alper Kayabunar die schwerwiegenden Ausfälle weg? Nachdem Tunay Deniz und Mark Gevorgyan schon länger auf der Verletztenliste stehen, kommt mit Bayreuth-Matchwinner Eric Uhlmann nun der nächste Leistungsträger dazu.
Auch wenn der TSV 1860 als Vierter mittlerweile in Schlagdistanz zu Tabellenführer FC Memmingen steht, sind die Leistungen bislang überschaubar. Doch man weiß natürlich auch: Am Ende zählt nicht der Schönheitspreis, sondern die Punkteausbeute – und selbst die entscheidet in dieser Regionalliga Bayern möglicherweise nicht allein über die Aufstiegschance. Es könnte Klubs geben, die aus wirtschaftlichen und infrastrukturellen Gründen bei der Aufstiegsfrage passen müssen.
Dazu könnte auch Buchbach zählen. Allerdings befasst man sich dort trotzdem mit dem Szenario. Es soll sogar schon der Name Burghausen als mögliches Ausweichstadion gefallen sein. Und Haching und Memmingen? Was man hört: jeweils eine 50:50-Chance.
Die Löwen wollen jedenfalls vorbereitet sein – und stehen deswegen bereits mit dem DFB in Kontakt. Gegenüber der „AZ“ erklärt Präsident Gernot Mang: „Wir stehen in engem und konstruktivem Austausch mit dem DFB und klären die Anforderungen, die wir als neu gegründete Gesellschaft erfüllen müssen. Unser Ziel ist klar: Wir werden die notwendigen Voraussetzungen schaffen und die Zulassungsunterlagen fristgerecht bis zum 1. März 2027 einreichen.“ Anders als in den Vorjahren will man jedoch nur das ausgeben, was man zur Verfügung hat.
Dazu Mang: „Eines ist klar: Wenn wir sportlich aufsteigen, werden wir diesen Aufstieg auch wirtschaftlich und organisatorisch stemmen. Und zwar ohne neue Schulden. Wir werden nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen. Unser Anspruch ist größtmöglicher sportlicher Erfolg auf einer soliden wirtschaftlichen Grundlage. Dafür stehen wir, und daran wird sich nichts ändern.“
Für die ursprünglich geplante Drittliga-Saison 2026/27 hätte 1860 ein Budget von 4,5 Millionen Euro zur Verfügung gehabt – doch daraus wurde bekanntlich nichts. Der Lizenzentzug ist noch in schmerzhafter Erinnerung. Die Leidtragenden sind vor allem die Fans.
Heißt vermutlich: Sollte 1860 aufsteigen, wird man keinen finanziellen Kraftakt unternehmen, um einen Top-Kader zusammenzustellen, sondern den Weg der kleinen Schritte gehen. Die aktuelle Kaderpolitik deutet ebenfalls darauf hin. Kürzlich hat der Klub den Vertrag mit Damjan Dordan bis 2028 verlängert. Auch die Nachwuchskräfte Ludwig Estermann und Edon Krasniqi wurden bis 2028 gebunden.
Sportchef Manfred Paula will sich von der aktuellen Dynamik nicht mitreißen lassen. Er sagte zuletzt dem „BR“: „Die Entwicklung überrascht mich nicht. Man muss schauen, wo wir herkommen. Im Juli waren wir darauf bestrebt, eine Mannschaft zusammenzustellen, die konkurrenzfähig ist, die in der Liga mithalten kann. Das ist uns gelungen. Wer erwartet hat, dass wir mit dieser Mannschaft vorneweg marschieren und an der Tabellenspitze dauerhaft stehen, der liegt einfach falsch. Wir befinden uns in einem Prozess. Es wird sukzessive besser.“
