Nix is gwiss: BFV-Boss Kern will 22 Drittligisten - aber was wollen die anderen Verbände?
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 28.10.2026 16:07
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
So oder so ähnlich lautet das Motto vor dem bevorstehenden DFB-Bundestag am 18. Dezember, bei dem es um die geplante Regionalliga-Reform geht: Während die Ultras regelmäßig in den Stadien Deutschlands für das von DFB-Präsident Bernd Neuendorf empfohlene Kompassmodell werben, bringt Bayerns Fußball-Boss Dr. Christoph Kern einen Vorschlag ins Spiel, der bereits vor einiger Zeit keine Zustimmung bekommen hat – die 22/5-Lösung.
Was spricht Sie an: Kompassmodell oder 22/5-Lösung?
Der BFV-Präsident erklärte gegenüber dem „Bayerischen Fernsehen“, dass er die Strukturen der Dritten Liga verändern wolle, anstatt die fünf Regionalligen zu verändern: „Wir werden ein neues Modell einbringen – das sogenannte 22/5-Modell… Das hat mehrere Vorteile. Einerseits für die Regionalligen: Der Meister steigt immer auf, aber auch für die Drittligisten. Wenn ein Drittligist einmal absteigt, ist der Wiederaufstieg für einen, der aus dem Profifußball kommt, sicherlich einfacher.“
Bei dieser von Kern präferierten Lösung soll die Dritte Liga um zwei Mannschaften aufgestockt werden – und fünf Klubs sollen dann jährlich absteigen, damit die Meister aller fünf Regionalligen ganz ohne Aufstiegsspiele aufsteigen können. Dafür will Kern einen Antrag für den DFB-Bundestag am 18. Dezember stellen – und hofft, dass dieser Vorschlag auch bei den anderen Verbänden ankommt.
Unterstützung für seine Kritik am Kompassmodell erhält der BFV von den hessischen Klubs, darunter auch Kickers Offenbach, Hessen Kassel und der FSV Frankfurt. Zum Kompassmodell sagen die Vereine: „Die aktuell diskutierten Reformmodelle sind aus Sicht der hessischen Clubs allerdings noch nicht ausreichend in der Tiefe ausgereift.“ Vor allem beklagen die Hessen, dass beim Kompassmodell nicht ausgeschlossen werden könne, dass „die hessischen Vereine aus ihrem angestammten Verbandsgebiet auseinandergerissen werden. Das würde einen Verlust an attraktiven Spielen bedeuten. Und das ist auch nicht im Sinne der Fans, die sich auf packende Duelle und Derbys freuen.“ Als Beispiele werden die hohen Zuschauerzahlen bei Duellen zwischen Frankfurt und Offenbach oder Kassel und Offenbach genannt.
Vom DFB gibt es eine klare Haltung zur möglichen Aufstockung der Dritten Liga. „Jetzt einen fünften Absteiger zu fordern, ist nicht legitim“, erklärte DFB-Geschäftsführer Manuel Hartmann bereits im September, wohlwissend, dass die Drittliga-Klubs schon in der aktuellen Konstellation darüber stöhnen, mit den vorhandenen Mitteln überhaupt den Spielbetrieb stemmen zu müssen. Hartmann erklärt: „Das wäre für die 3. Liga eine Schwierigkeit des Spielplans, finanzieller Stabilität und auch des Vertrauens, solch eine Zusage, die damals nicht eingehalten wurde, jetzt zu erweitern. Das werden die Drittligisten, da haben sie sich positioniert, so nicht akzeptieren können.“
Kern macht seinen Vorschlag freilich nicht ganz uneigennützig: Er will seine „Champions League der Amateure“ in Bayern behalten – natürlich auch aus finanziellen Gründen. Über seine Regionalliga wird gesprochen, vor allem dank dem Zuschauermagneten, die Löwen. Aber zur Wahrheit gehört eben auch: Abseits der 1860-Partien hat das Zuschauerinteresse oft eher Kreisliga-Charakter…
Alle Meister müssen hoch. Darüber herrscht allerorts Einigkeit. Doch wer dafür seine Strukturen ändern soll, bleibt die große Streitfrage. Der Tag der Entscheidug rückt näher.
