Ex-Trainer Jacobacci über 1860: "Man hat was Großes verpasst!"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 23.10.2026 15:32
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Jacobacci hätte sich für die Löwen ein Miteinander gewünscht. „Ich finde es schade, dass man keine positive Lösung gefunden hat, bei der ein Miteinander möglich gewesen wäre. Darum ist man wieder in dieser Situation. Wenn man sieht, dass das Stadion voll ist und alle happy sind, obwohl 1860 in der Regionalliga spielt, dann ist das schon was Spezielles. 1860 ist nicht dafür da, den Gegnern die Stadien voll zu machen. Das ist nicht Sinn der Übung. Es geht um den Sport. 1860 gehört mindestens in die Zweite Liga.“

Aus seiner Sicht hätten die Löwen mit dem Kader der Vorsaison die Chance gehabt, diesem Anspruch näherzukommen. „Ich fand diese Mannschaft sehr gut zusammengestellt. 1860 hätte in der Dritten Liga die Möglichkeit gehabt, sich vorne festzubeißen. Da hat man etwas Großes leider verpasst. Schade, dass es nicht geklappt hat. Warum das so war, kann ich nicht beurteilen. An der Qualität des Kaders hat es definitiv nicht gelegen.“
Mit einer solchen Mannschaft hätte Jacobacci selbst gerne gearbeitet. Der frühere Löwen-Trainer, der 2023 an der Grünwalder Straße auf der Bank saß, sieht einen deutlichen Unterschied zu seinen damaligen Möglichkeiten: „Diese Truppe hat wenig mit der Mannschaft zu tun, die ich zur Verfügung hatte. Da gibt es schon einen deutlichen Qualitätsunterschied.“
Trotz aller Turbulenzen denkt Jacobacci gerne an seine Münchner Zeit zurück. „1860 ist ein ganz besonderer Traditionsverein mit einer tollen Fankultur“, sagt er: „Zu meiner Zeit ging sehr vieles drunter und drüber. Trotzdem vermisse ich diese Zeit. Man macht Erfahrungen und lernt viel aus solchen Situationen. Es ist schade, dass es so geendet hat. Ich habe es wirklich toll gefunden, Trainer bei 1860 sein zu dürfen.“ Für das Auswärtsspiel in Eichstätt am Sonntag (14 Uhr) spricht er den Löwen Mut: Als db24-Tippexperte setzt Jacobacci auf einen 3:1-Erfolg der Sechzger.
Seine ganze Kraft gilt inzwischen Erstliga-Aufsteiger Honvéd Budapest, der derzeit auf Platz zehn steht. Auch dort ist Geduld gefragt. „Du spielst einigermaßen gut und verlierst dann manchmal kurz vor Schluss. Aber es sieht mittlerweile schon besser aus als am Anfang der Saison. Wenn du aufsteigst und nur begrenzte finanzielle Möglichkeiten hast, musst du damit klarkommen. Wir haben das kleinste Budget der Liga.“
Dennoch erkennt Jacobacci Fortschritte: „Es entwickelt sich etwas, aber das braucht seine Zeit.“ Ans Ende seiner Trainerkarriere denkt der 63-Jährige noch lange nicht. Vielmehr hofft er, in Budapest nachhaltig etwas bewegen zu können: „Ich hoffe, dass die Station bei Honvéd länger dauert. Etwas aufzubauen und zu entwickeln, braucht Zeit. Ich wünsche mir, dass ich diese Zeit bekomme. Wir wollen irgendwann im Kampf um die Meisterschaft eine Rolle spielen.“
