VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)

Alper Kayabunar gilt als sehr höflicher, fast schon zurückhaltender Mensch. Doch am Donnerstagmittag auf dem Trainingsplatz an der Grünwalder Straße 114 brach es aus ihm heraus – mutmaßlich noch unter dem Eindruck der 2:4-Pleite gegen Rot II. „Hört auf zu labern! Das wird ein ekliges Spiel in Eichstätt! Wenn einer nicht bereit ist dafür, sagt er es mir, dann muss ich ihn austauschen!“ Und das waren nicht die einzigen deutlichen Ansagen des 40-Jährigen. Da dürfte sogar Co-Trainer Alexander Benede kurzzeitig die Ohren gespitzt haben, der sonst den Lautsprecher in München-Giesing gibt.

Endlich mal Klartext bei 1860. Kein Schönreden, kein Zurechtbiegen, wenn die Fakten eine andere Sprache sprechen. Auch das ist Führungsstärke.

Am Freitag bei der Spieltags-PK im Pressecontainer trat Kayabunar dann wieder deutlich verhaltener auf. „Wir haben das Spiel aufgearbeitet, klar besprochen und dann schnell abgehakt“, erklärte er. Schließlich wartet bereits die nächste Aufgabe: das Gastspiel in Eichstätt (Sonntag, 14 Uhr, db24-Ticker). Man kann aber nur hoffen, dass die Leistung der Löwen besser ist als der Ton der 11-minütigen PK im Youtube-Video.

„Eichstätt steht in der Heimtabelle auf Platz eins. Es wird definitiv ein ganz anderes Spiel als die letzten Spiele“, warnte der U21-Meistertrainer der Vorsaison. „Eichstätt ist bekannt dafür, dass sie viel mit langen Bällen spielen, gerade bei Standardsituationen gefährlich sind. Darauf müssen wir uns einstellen, auf viele Zweikämpfe auf dem engen Platz.“ Die Löwen sind im Heimranking übrigens Zweiter.

Zuletzt hat Eichstätt allerdings dreimal in Serie verloren. Auch deshalb erwartet Kayabunar „ein kampfbetontes Spiel“. Darauf habe man sich vorbereitet: „Bei langen Bällen müssen wir auch auf die zweiten, dritten und vierten Bälle schauen, in der Box hellwach sein.“

Trotzdem formuliert der Löwen-Trainer, der am Freitag den frisch operierten Tuny Deniz im Krankenhaus besuchte, einen klaren Anspruch: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Das zeigen wir Woche für Woche. Wir fahren mit viel Selbstvertrauen nach Eichstätt, wissen um unsere Qualität und wollen unbedingt die Punkte mitnehmen.“

Den Worten müssen nun Taten folgen. Denn bei einem weiteren Rückschlag könnte es richtig unangenehm werden bei den Münchner Löwen, deren bisheriger Punkteschnitt von 1,71 deutlich ausbaufähig ist.

Verzichten muss 1860 in Eichstätt auf die Langzeitverletzten Deniz und Mark Gevorgyan. Noch nicht abschließend geklärt ist der Einsatz von Kapitän Dennis Dressel. Die Wahrscheinlichkeit ist aber groß, dass der frühere Rostocker auflaufen kann.