Kompass statt 22/5: DFB-Spitze setzt auf anderen Kurs als BFV & Mang
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 23.10.2026 09:05
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Wie „BILD“ berichtet, wurde den Präsidenten der fünf Regional- und 21 Landesverbände am Donnerstagabend der Reformvorschlag von DFB-Boss Bernd Neuendorf per passwortgeschützter E-Mail zugestellt. Demnach soll das Kompassmodell ab der Saison 2028/29 greifen. Am Montag diskutieren die Verbandspräsidenten den Plan auf ihrer Konferenz. Am darauffolgenden Freitag entscheidet das DFB-Präsidium über den Antrag, der beim außerordentlichen DFB-Bundestag am 18. Dezember in Frankfurt zur Abstimmung kommen soll.
Trauen Sie Präsident Mang und dessen Mannschaft zu, die Löwen besser zu machen?
Das Kompassmodell sieht vier Staffeln mit jeweils 20 Mannschaften vor – statt bislang fünf Regionalligen mit insgesamt 90 Klubs. Die Einteilung soll jedes Jahr mithilfe von KI neu erfolgen. Je nach Auf- und Absteigern könnten Vereine dadurch zwischen den Staffeln wechseln. Sollte 1860 bis dahin wieder in den Profifußball zurückgekehrt sein, bliebe den Giesingern zumindest die Diskussion erspart, welcher Regionalliga sie künftig zugeordnet werden.
Träger der vier Regionalligen soll der DFB werden. Als Kompensation erhält laut „BILD“ jeder der fünf bisherigen Regionalliga-Träger jährlich 500.000 Euro. Für jeden teilnehmenden Klub sind pro Spielzeit 40.000 Euro vorgesehen – ausgenommen die U23-Teams.
Weil BFV-Präsident Christoph Kern diese Lösung ablehnt, könnte er beim Bundestag einen Gegenantrag stellen. Für den Bayerischen Fußball-Verband geht es dabei auch um die eigene Stellung: Sollte sich das Kompassmodell durchsetzen, würde die eigenständige Regionalliga Bayern abgeschafft. Damit verlöre der BFV die Zuständigkeit für seine gerne als „Champions League der Amateure“ beworbene Spielklasse – und entsprechend an Einfluss.
Doch auch die von Mang bevorzugte 22/5-Lösung hätte für die Löwen einen Haken: Dem direkten Aufstieg für jeden Regionalliga-Meister stünden fünf Abstiegsplätze in der Dritten Liga gegenüber. Sollte 1860 in den Profifußball zurückkehren, ohne seine finanzielle Basis deutlich zu verbessern, könnte der Klassenerhalt schnell zur Daueraufgabe werden. Leichter rauf – aber eben auch schneller wieder runter.
