Drittel, Drittel, Drittel - und der Verein: Mangs neue Stadion-Rechnung mit Olympia-Booster
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 20.10.2026 09:39
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Der Löwen-Präsident hatte am Sonntagabend im TV-Studio von „Blickpunkt Sport“ eine neue Rechnung für den geplanten Umbau des Grünwalder Stadions aufgemacht – mit einem möglichen Olympia-Booster. „Wir sagen immer Drittel, Drittel, Drittel: Stadt, Land, Bund – und der Verein. Diese Olympia-Bewerbung spielt uns wirklich in die Karten…“
Ob Versprecher oder neue Finanzierungsüberlegung: Mang zählte vier Beteiligte für drei Drittel auf. Würden Stadt, Land, Bund und Verein die Kosten gleichmäßig untereinander aufteilen, bliebe für die Löwen nur noch ein Viertel. Bei den vom Klub veranschlagten 120 Millionen Euro wären das 30 Millionen. Wird das Stadion immer günstiger für 1860? Eine verbindliche Finanzierungszusage lässt sich aus Mangs Aufzählung allerdings nicht ableiten.
Trauen Sie Präsident Mang und dessen Mannschaft zu, die Löwen besser zu machen?
Beim Planungsstand vermittelte der Präsident aber Zuversicht: „Die Pläne sind sehr weit. Wir sind hier wirklich in einer ausgezeichneten Kommunikation mit der Stadt München.“ Beim Oktoberfest-Besuch von Dominik Krause vor einigen Wochen hatte der Oberbürgermeister noch erklärt, die Machbarkeitsstudie im Detail nicht zu kennen.
Mang stellte nun die nächsten Schritte vor: „So wie es jetzt geplant ist, werden wir in den nächsten Monaten den Bauvorbescheid für 27.000 Zuschauer beantragen. Die Machbarkeitsstudie zeigt, dass 27.000 möglich sind – und natürlich mit unserer historischen Anzeigetafel, die bleiben wird. Das soll neben dem BVB die steilste Westkurve werden – mit über 13.000 Stehplätze. Wie gesagt: Bauvorbescheid in den nächsten Monaten, dann die ganzen Baubescheide. Und Ziel ist es dann, 2028 mit dem Bau zu beginnen.“
27.000 Zuschauer, mehr als 13.000 Stehplätze in der Westkurve, Baustart 2028: Es sind große Pläne für die Giesinger Kultstätte. Doch zwischen einer Machbarkeitsstudie und dem ersten Bagger liegen Genehmigungen – und vor allem die Frage, wer das alles bezahlt.
In den nächsten Wochen soll zunächst eine Stadiongesellschaft gegründet werden. Die Sorge, das Bauprojekt könnte die sportliche Entwicklung in der Regionalliga Bayern finanziell belasten, teilt Mang nicht: „Man muss das komplett trennen. Wir haben auch die ganzen organisatorischen Sachen geändert. Oben klassisch der e.V. als Holding – und unten die GmbHs mit der Spielbetriebs-GmbH und der Stadion-GmbH, die jetzt in den nächsten Wochen gegründet wird. Das sind wirklich komplett unterschiedliche Unternehmen.“
Die organisatorische Trennung allein beantwortet allerdings noch nicht, wie der Stadionumbau finanziert werden soll – und welche Belastungen für den Fußball etwa durch die spätere Stadionmiete entstehen könnten. Vor allem die Zinsen nicht zu vergessen, die zwischen drei und vier Millionen Euro pro Jahr liegen dürften.
Auch der Zeitplan bleibt weiter ambitioniert. Im Sommer 2030 soll das Eröffnungsspiel gegen Schalke 04 stattfinden. „Es geht nicht immer alles so schnell, wie sich die 60er das erwarten“, hatte die dritte Bürgermeisterin Verena Dietl bereits im Juni in der „Süddeutschen Zeitung“ gewarnt.
Ein Blick nach Nürnberg zeigt, wie schwierig solche Großprojekte angesichts knapper kommunaler Kassen werden können. Auch das Max-Morlock-Stadion soll umgebaut werden. Gleichzeitig spricht die dort regierende CSU-Fraktion in einer Presseerklärung von den „größten finanziellen Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte“. Im nächsten Jahr müssen 120 Millionen Euro eingespart werden. Seit dem 29. Juli gilt eine Haushaltssperre.
