Der Gast-Kommentar von Franz-Josef Obermaier: "Bayern II? Der Tiefpunkt!"
- VON FRANZ -JOSEF OBERMAYER
- 18.10.2026 06:54
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VON FRANZ -JOSEF OBERMAYER
Vermutlich glauben die 1860-Bosse: Sie haben alles richtig gemacht - doch es gibt auch Fans, die können mit diesem Neuanfang eher weniger anfangen. Vor dem Mini-Derby gegen den FC Bayern II (heute, 14 Uhr) hat uns der frühere VR-Kandidat Franz-Josef Obermaier aus Forstern ungefragt einen Gast-Kommentar geschickt.
Das Spiel gegen Bayern München II ist für mich der absolute sportliche Tiefpunkt dieses Jahres. Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass es noch einmal so weit kommt. Und doch ist genau das Realität geworden. Wenn ich ehrlich bin, macht mich dieser Gedanke nicht nur wütend, sondern vor allem unendlich traurig und enttäuscht. Für mich ist das kein Stadtderby. Ich kann und will es nicht als solches bezeichnen. Dafür bedeutet mir der TSV 1860 München viel zu viel. Es ist für mich eine der bittersten Demütigungen, die man als Löwenfan erleben kann, wenn die erste Mannschaft unseres Vereins um Punkte gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern spielen muss. Allein das aussprechen zu müssen, tut mir in der Seele weh. Ich hätte nie gedacht, dass ich als Löwenfan nochmal an diesem Punkt stehen würde.
1860 ist für mich nicht einfach irgendein Fußballverein. Es sind Emotionen, Erinnerungen, Hoffnung, Leidenschaft und eine tiefe Verbundenheit, die man nicht einfach erklären kann. Man trägt diesen Verein im Herzen, leidet mit ihm, fiebert mit ihm und glaubt auch dann noch an ihn, wenn es eigentlich kaum noch etwas gibt, woran man sich festhalten kann. Und genau deshalb trifft mich diese Entwicklung so tief. Weil es mir eben nicht egal ist. Weil ich mir nichts sehnlicher wünsche, als dass unser Verein wieder mit Stolz und sportlichem Anspruch auftreten kann. Stattdessen muss ich erleben, wie tief die Löwen inzwischen gesunken sind. Ein Gedanke, der mich traurig macht und gleichzeitig eine unglaubliche Wut in mir auslöst.
Ich frage mich immer wieder: Wie konnte man es so weit kommen lassen? Wie konnte aus einem Verein mit dieser Geschichte und dieser Leidenschaft eine Situation entstehen, die sich für mich wie eine einzige Demütigung anfühlt?
Den Verantwortlichen kann ich das nicht einfach verzeihen. Nicht, weil ich glaube, dass bei 1860 immer alles perfekt laufen muss. Sondern weil ich finde, dass man der Geschichte dieses Vereins und den Menschen, die ihn lieben, eine besondere Verantwortung schuldet. Wir Fans stehen da, halten die Treue und müssen immer wieder Enttäuschungen wegstecken. Aber irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem Traurigkeit in tiefe Verbitterung umschlägt. Heute werde ich deshalb keine Derby-Stimmung empfinden. Für mich ist dieses Spiel kein Anlass für Vorfreude, sondern eine schmerzhafte Erinnerung daran, wo wir sportlich angekommen sind. Und das tut verdammt weh.
Vielleicht versteht nicht jeder, warum mich das so mitnimmt. Aber wer sein Herz einmal an die Löwen verloren hat, der weiß, dass es bei 1860 um viel mehr geht als um Fußball. Es geht um Zugehörigkeit, um Stolz und um etwas, das einem persönlich sehr viel bedeutet. Ich bin Löwe, und ich werde es bleiben. Aber ich bin gerade einfach nur unendlich enttäuscht. Enttäuscht, traurig und wütend darüber, was aus meinem geliebten TSV 1860 München geworden ist.
Einmal Löwe, immer Löwe. Aber manchmal blutet einem dabei einfach das Herz. 💙🦁
