Es knistert in der Luft! Mang: "Wir hätten 25.000 Karten verkaufen können"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 16.10.2026 08:21
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Die Zaunfahne der "Giesinger Buam" könnte die Rivalität der beiden Fanszenen auf eine neue Probe stellen.
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Und auch wenn der TSV 1860 diesmal nur auf die kleinen Bayern trifft: Dieses Mini-Derby wirft seine Schatten voraus – aus gleich mehreren Gründen. Da ist zum einen die Stadionfrage: Sollten die Löwen den Erbpacht-Zuschlag für das Grünwalder Stadion bekommen, wollen sie den FC Bayern dort nicht mehr als Mitnutzer dulden. Zum anderen haben die Roten nicht vergessen, wie 1860-Ultras ihre Meisterfeier auf dem Marienplatz mit dem beleidigenden Banner „FC Bauern Hurensöhne“ störten. Was Präsident Gernot Mang hinterher als „kleinen Lausbubenstreich“ bezeichnete, beschäftigt inzwischen die Ermittler.
Es liegt also einiges in der Luft vor diesem Duell am Sonntag (14 Uhr, db24-Ticker). Und auch auf der blauen Seite sind alte Rechnungen im Gedächtnis geblieben: 2016 wurde den „Giesinger Buam“ bei einem Überfall durch Bayern-Anhänger die Zaunfahne geraubt. Die Ultra-Gruppierung löste sich wenig später auf. „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“, hieß es damals aus der Löwen-Szene. Eine mögliche Präsentation der geraubten Fahne wäre eine zusätzliche Provokation in einem ohnehin aufgeheizten Umfeld.
Gernot Mang ist am Sonntag bei Blickpunkt Sport: Macht er es besser als sein Vorgänger Robert Reisinger?
Mang betont vor dem Aufeinandertreffen dagegen vor allem den sportlichen Abstand zu früheren Zeiten. „Für mich ist das kein echtes Derby. Es ist der FC Bayern II und daher ist es ein kleines Derby. Und das darf nicht unser Anspruch sein“, erklärte der Österreicher gegenüber „BILD“.
Das letzte Pflichtspiel zwischen den beiden ersten Mannschaften liegt mehr als 18 Jahre zurück: Im Februar 2008 schied Sechzig im DFB-Pokal-Viertelfinale durch ein Elfmeter-Tor von Franck Ribéry in der 120. Minute unglücklich aus. Seitdem warten die Fans auf eine Neuauflage dieses Duells.
Wann es wieder so weit sein könnte? Auf eine Jahreszahl will sich Mang nicht festlegen. „Wir haben diese Saison bei Null angefangen. Daher ist es vermessen, wenn ich jetzt eine Jahreszahl ausrufe, wann es wieder ein echtes Derby in München gibt. Aber es muss für jeden hier das Ziel sein, dass es das wieder geben wird. Wer diesen Ehrgeiz nicht hat, ist fehl am Platz.“
Gewinnen will Mang, der am Sonntag auch bei „Blickpunkt Sport“ zu Gast ist, selbstverständlich trotzdem. „Ein Sieg gegen die Bayern. Das braucht der Verein und besonders für die Moral und die Köpfe. Ich hoffe, dass es ruhig bleibt.“
Wie groß das Interesse an diesem Mini-Derby ist, zeigt die Ticketnachfrage. „Wir hätten 25.000 Karten verkaufen können“, sagte der Reisinger-Nachfolger gegenüber „BILD“. Das Grünwalder Stadion: viel zu klein für die Sehnsucht nach Blau gegen Rot.
Die Löwen warnten deshalb noch einmal vor dem Kauf über nicht autorisierte Plattformen wie Ebay und Viagogo. „Hier werden dieselben Tickets nicht nur mehrfach und zu überhöhten Preisen angeboten, sondern auch regelmässig Fälschungen. Nutzt unseren offiziellen Ticketzweitmarkt, auf dem meist am Spieltag selbst noch Tickets in allen Kategorien angeboten werden.“ Auf ein solches Angebot sollten sich die Fans angesichts der Nachfrage diesmal allerdings nicht verlassen.
Bleibt die Frage, wann sich an der Stadionsituation etwas ändert. Mang sagt zum geplanten Umbau: „Die Pläne liegen vor, die Machbarkeitsstudie ist durch. Jetzt müssen wir auf die Stadt warten.“
Und wie will Sechzig die Finanzierung schultern? Auch darauf warten die Löwen-Fans auf eine konkrete Antwort.
