Nach 2:1-Zittersieg über Bayreuth: So schaut`s aus, Sechzig!
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO9
- 15.10.2026 09:02
- 3 Minuten Lesezeit
- 22 Kommentare
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO9
TSV 1860 MÜNCHEN – SPVGG BAYREUTH 2:1
So brüllte der Löwe: Eicher (db24-Note 2) – Gevorgyan (3,5/46. Seiffert 3,5), Faßmann (4), Weber (3,5), Fiedler (4,5) – Wach (4/57. Uhlmann 2), Dressel (4,5) – Leone (3,5/70. Bell 4), Eberwein (3,5), Erdogan (3,5) – Niederlechner (4/86. Calderon).
So spielte Bayreuth: Kasten – Fries (86. Heinle), Jeck, Schwarz, Zietsch – Schmidt, Latifovic – Weber (86. Kraus), Doll (37. Ham) – Scheder, Onuigwe.
Tore: 1:0 Eberwein (24.), 1:1 Scheder (68.), 2:1 Uhlmann (80.).
Gelbe Karten: Eberwein – Schmidt, Fries, Schwarz.
Gelb-Rote Karte: Fiedler (64.).
Zuschauer/Löwenanteil: 15.000/14.500.
Schiedsrichter: db24-Note 4,0 für Elias Wörz. Der 32-jährige Regionalliga-Referee erwischte nicht seinen besten Tag. drei heikle Szenen standen im Mittelpunkt: Beim vermeintlichen 1:1 von Edwin Schwarz soll Scheder zuvor Fiedler umgerissen haben. Die TV-Bilder lassen aus unserer Sicht jedoch kein Foul erkennen. Wörz gab den Treffer nicht – eine Fehlentscheidung. Und die gelb-rote Karte für Lance Fiedler? War die erste Gelbe überhaupt eine? In der Schlussphase nahm Wörz den Löwen in aussichtsreicher Position den Vorteil. Zu Recht beklagten sich die Blauen. Hinterher waren sie allerdings froh über den Freistoß kurz vor der Strafraumgrenze: Eric Uhlmann jagte den Ball mit Schnitt zum 2:1-Siegtor in die Maschen (80.).
Die 24-Stunden-Aktivität der db24-Blase am Spieltag: 26.593 Netto-User.
Die db24-Spielwertung: Note 4,0. Der TSV 1860 begann mit einer klaren Spielidee: schnörkellos nach vorne, meist über die Außenbahnen. Das passte, die Löwen kamen zu einigen Tormöglichkeiten. Die Führung fiel allerdings nach einer Ecke: Lance Fiedler brachte den Ball mit viel Zug in die Mitte, Michael Eberwein stieg hoch – und schon zappelte die Kugel zum 1:0 im Netz. Sicherheit gab dieser Vorsprung den Blauen aber nicht. Im Gegenteil: Bayreuth wurde selbstbewusster. In der 39. Minute vergab Dominik Schmidt aus kurzer Distanz per Kopf. Nach dem Seitenwechsel wurden die Oberfranken immer stärker, während 1860 zunehmend abbaute. Der längst verdiente Ausgleich durch den agilen Patrick Scheder war die logische Konsequenz (68.). Die Löwen, inzwischen nach Fiedlers Platzverweis in Unterzahl, fanden kaum noch Entlastung. Bayreuth hatte deutliche Vorteile – doch das entscheidende Tor fiel auf der anderen Seite: Uhlmann legte sich den Ball zum Freistoß zurecht und zwirbelte ihn über die Mauer ins Netz. Ein Geniestreich, der dieses Spiel auf den Kopf stellte.
Zum Lachen: Für das Bayerische Fernsehen rentiert sich der 1860-Absturz zumindest bei den Abrufzahlen: Der Livestream wurde 120.764-mal aufgerufen – eine beachtliche Zahl für die vierte Liga. Positiv: Mit Bernd Schmelzer saß ein alter Haudegen am Mikrofon, der ganz bewusst auf die künstliche Hype-Taste verzichtete. Sehr, sehr angenehm: Er beschrieb, was auf dem Platz passierte. Das reicht manchmal schon.
Zum Weinen: Die Heimtrikots der Löwen – noch immer ohne Spielernamen auf dem Rücken. Professionalität geht anders. Das bekommt so mancher Bezirksligist schneller geregelt. Und nein: Die viel zitierte „grüne Wiese“ gab es bei 1860 nicht. Auch wenn man dieses Bild noch so oft bemüht …
Der Trainer-Check: db24-Note 3,0 für Alper Kayabunar. Diese personellen Tiefschläge – Tunay Deniz mit Kreuzbandriss, Raphael Ott verletzt und Fabio Wagner im Grippe-Modus – musste auch der Trainer erst einmal verkraften. Dafür war der anfängliche Matchplan sehr ordentlich. Dass nach dem 1:0 wieder der Faden riss, zeigte allerdings auch: Auf dem Platz fehlte jemand, der das Spiel beruhigte und die Mannschaft führte. Daran muss Kayabunar arbeiten. Positiv: Mit Eric Uhlmann wechselte er den Sieg ein. Für den früheren Hannoveraner sollte in dieser Mannschaft aber ohnehin immer ein Platz zu finden sein – Stichwort Präsenz. Für die Löwen und ihren Trainer spricht die Moral: In Unterzahl erzielten sie den Siegtreffer und verteidigten danach gemeinsam alles weg.
Mein Löwen-Held: Tunay Deniz. Wie er mit dieser Hiobsbotschaft umgeht, verdient Respekt: der dritte Kreuzbandriss – und trotzdem lächelt er. Und denkt schon ans nächste Comeback. Am liebsten zu den Relegationsspielen …
Der beste Spieler auf dem Platz: Eric Uhlmann – der Kunstschütze, der nach eigener Aussage eigentlich keiner ist. Sein präziser Freistoß sagte etwas anderes.
Der db24-Quotenkönig: Eric Uhlmann wurde von der db24-Community mit einem Notendurchschnitt von 2,43 zum besten Spieler der Partie gekürt.
Der Löwen-Spruch des Tages: „Die Mannschaft verdient aufgrund der Personalsituation großen Respekt.“ Alper Kayabunar.
Nächste Löwen-Fütterung: Sonntag, 14 Uhr, Heimspiel gegen die Bayern-Amateure.
So schaut’s aus, Sechzig: Ein Sieg des Willens – gerne öfter!
