VON OLIVER GRISS UND FOTO (BR)

Das dürfte vor dem Mini-Derby zwischen 1860 und den Bayern-Amateuren (Sonntag, 14 Uhr, db24-Ticker) für zusätzlichen Wirbel sorgen: Wie die „BILD“ exklusiv berichtet, gab es bei einem Löwen-Fan eine Hausdurchsuchung. Der Auslöser: das „FC Bauern Hurensöhne“-Plakat, das Anhänger der Blauen im Mai bei der Meisterfeier des Rekordmeisters auf dem Marienplatz eingeschleust hatten. 1860-Präsident Gernot Mang sprach hinterher von einem „kleinen Lausbubenstreich“...

Die Bayern-Bosse finden die Aktion offenbar weniger lustig: Laut „BILD“ stellte der FC Bayern Strafantrag wegen Beleidigung gegen Unbekannt. Im Zuge der Ermittlungen wurde nun die Wohnung eines Löwen-Fans durchsucht, der an der Aktion beteiligt gewesen sein soll.

Vier Kripo-Beamte sollen nach einem Eilbeschluss des Münchner Amtsgerichts Computer und weitere elektronische Geräte beschlagnahmt haben. Gesucht werde nach Kaufbelegen, Überweisungen und Chats, die als Beweismittel dienen könnten, schreibt die „BILD“.

Die Beamten sollen bei der Durchsuchung freundlich gewesen sein – und sogar über den Streich geschmunzelt haben. Der Anwalt des Beschuldigten, Sebastian Wagner, sieht für ein Strafverfahren keine Grundlage. Gegenüber „BILD“ erklärte er: „Das geschilderte Verhalten erfüllt keinen Straftatbestand. Bei der FC Bayern AG handelt es sich auch nicht um ein beleidigungsfähiges Kollektiv.“

Dass es überhaupt zu einer Durchsuchung kam, verwundert Wagner. Seine zugespitzte Kritik: „Man gewinnt den Eindruck, der FCB sagt ‚hüpf‘ – und die Münchner Justiz fragt ‚wie hoch?‘“

Die Löwen-Fans wollten das XXL-Banner zurückhaben. Laut dem Bericht war sogar bereits ein Übergabetermin geplant, der durch die Anzeige des FC Bayern geplatzt sei.

Ob die Geschichte auch beim Mini-Derby am Sonntag für zusätzliche Brisanz sorgt? Der Beschuldigte ließ jedenfalls über seinen Anwalt gegenüber „BILD“ ausrichten: „Ein Derby dauert 90 Minuten. Vor Gericht würde ich es mit dem FC Bayern aber auch in der Nachspielzeit aufnehmen.“