Mehr Mitbestimmung für die Mitglieder: Kommt Bewegung in die Hybrid-Debatte?
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 14.10.2026 09:31
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Muss sich Gernot Mang bald mit einer hybriden MV auseinandersetzen?
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Viele Löwen-Fans wünschen sich eines: mehr Mitbestimmung bei ihrem Herzensverein. Eine hybride Mitgliederversammlung könnte dies ermöglichen. Wer nicht persönlich nach München kommen kann, würde trotzdem online teilnehmen und abstimmen können.
Auch beim 1. FC Nürnberg beschäftigt dieses Thema die Mitglieder. „BILD“-Reporter Martin Funk berichtet mit Blick auf die kommende Mitgliederversammlung über mögliche Veränderungen im Zuge der 50+1-Debatte. Hintergrund: Das Bundeskartellamt verlangt eine konsequente Umsetzung der Vereinsprägung – mit offenem Zugang zur Mitgliedschaft und tatsächlicher Mitbestimmung.
Nach Darstellung der Zeitung könnten dadurch auch hybride Versammlungen bei Erst- und Zweitligisten näher rücken. Das Bundesliga-Präsidium habe bis Sommer 2027 einen Beschlussantrag in Aussicht gestellt. Welche konkreten Vorgaben daraus entstehen und wann sie greifen würden, bleibt abzuwarten.
Mehr Mitbestimmung: Braucht 1860 eine Hybrid-MV?
Brisant ist die Frage allemal: Wer 50+1 als Schutz der Mitgliederrechte verteidigt, muss sich auch damit beschäftigen, wie möglichst viele Mitglieder diese Rechte tatsächlich wahrnehmen können. Nicht jeder kann für eine mehrstündige Versammlung anreisen – wegen der Entfernung, der Arbeit, familiärer Verpflichtungen oder aus gesundheitlichen Gründen.
Funk vermutet hinter dem Widerstand mancher organisierter Fans die Sorge vor einem Einflussverlust. Eine Einschätzung, die Diskussionsstoff bietet. Klar ist: Bei einer reinen Präsenzversammlung entscheiden ausschließlich diejenigen, die vor Ort sein können. Eine zusätzliche Online-Abstimmung könnte die Mehrheitsverhältnisse verändern. Eine Hybrid-Wahl kostet rund 40.000 Euro.
Und was bedeutet das für Sechzig? Zunächst muss man unterscheiden: Eine Satzungsänderung auf DFL-Ebene würde Dritt- und Regionalligisten nicht automatisch zu hybriden Mitgliederversammlungen verpflichten. Ob die zuständigen Verbände vergleichbare Vorgaben übernehmen, ist eine eigene Frage. Auch ein professionell geführter Regionalligist fällt nicht allein wegen seiner Strukturen unter die DFL-Regeln.
Die politische Frage bleibt für die Löwen trotzdem dieselbe: Wie breit soll die Mitbestimmung im eigenen Verein aufgestellt sein?
Nach dem Ismaik-Aus und dem Neuanfang in der Regionalliga Bayern mag mancher bei 1860 weiterhin auf Wolke sieben schweben. Die Debatte über eine zeitgemäße Beteiligung der Mitglieder dürfte damit aber kaum erledigt sein.
Mehr Demokratie wagen – auch bei Münchens großer Liebe?
