db24-Tippexperte Friderici: "Früher waren wir in Leeds oder Newcastle - heute fahren wir nach Aubstadt"
- VON OLIVER GRISS UND FOTO (TSV-SHOP)
- 13.10.2026 13:11
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VON OLIVER GRISS UND FOTO (TSV-SHOP)
Der einstige Schatten von Ex-Präsident Karl-Heinz Wildmoser hat seine Liebe zu den Löwen trotz der jahrzehntelangen Abwärtsspirale nie aufgegeben. Und das, obwohl er gesundheitlich schwer angeschlagen ist. Vor Jahren wurde der Dachauer nach einem Herzinfarkt dreimal kurz hintereinander ins künstliche Koma versetzt. Sein Leben hing am seidenen Faden. Friderici überlebte.
Mittlerweile fallen ihm die Stadionbesuche sehr schwer. Trotzdem will er auch heute auf den Giesinger Berg, um das Heimspiel gegen die SpVgg Bayreuth (19 Uhr, db24-Ticker) nicht zu verpassen. „Gesundheitlich geht’s mir schlecht“, sagte Friderici gegenüber db24: „Ich bin froh, wenn ich reinfahren kann und mir irgendwer beim Gehen hilft. Momentan habe ich leider auch Schwindelgefühle.“

Sein Tipp als db24-Experte: Die Löwen gewinnen mit 2:0 gegen die Oberfranken und setzen ihre starke Heimserie fort. Zuletzt feierte die Mannschaft von Alper Kayabunar drei Heimsiege ohne Gegentor.
Auch die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Dritte Liga hat Friderici nicht aufgegeben. „Es will doch keiner aufsteigen in der Regionalliga Bayern. Deswegen sind die Hoffnungen groß, dass wir uns für die Aufstiegsspiele qualifizieren. Theoretisch könnten wir ja auch als Sechster in die Relegation gehen.“
Doch Hoffnung auf den Aufstieg heißt bei ihm keineswegs Zufriedenheit mit der Gegenwart. „Ich kann es nicht verkraften, dass 1860 in der Vierten Liga spielt. Das muss man sich mal vorstellen. Mir geht’s immer um den sportlichen Erfolg – und da kann man bei der Regionalliga nicht davon sprechen.“
Die großen Tage, als Friderici ab und an auch den Chauffeur für Wildmoser spielte, liegen lange zurück. Vergessen hat er sie nicht. „Ich denke oft an diese tolle Zeit. Das können sich die jungen Fans nicht mehr vorstellen, was 1860 mal war. Früher waren wir in Leeds oder Newcastle – heute fahren wir nach Aubstadt …“
Mit der Einstellung „Scheißegal, in welcher Liga“ kann Friderici nichts anfangen. Zuletzt stand er für den Fanshop von Ex-Gesellschafter Hasan Ismaik als Model vor der Kamera. Seine Vorstellung von Sechzig ist bis heute vom sportlichen Anspruch der Wildmoser-Jahre geprägt. Friderici braucht auch keinen, der ihm den Weg vorgibt. „Für mich war 1860 nie ein Amateurverein. Unter Wildmoser spielten wir zehn Jahre am Stück in der Bundesliga – und das gar nicht mal so schlecht. Das wollen viele verdrängen. Das ist der Maßstab – und nichts anderes. Aber ich weiß, dass wir da nie mehr hinkommen…”
