VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)

Nachdem die Löwen in der Schlussphase erneut einen möglichen Sieg aus der Hand gegeben hatten und sich mit dem 1:1 in Illertissen begnügen mussten, gingen die Spieler zum Gästebereich, um sich für die zahlreiche Unterstützung zu bedanken. Über 3.500 Schlachtenbummler mit 1860-Herz standen dem Drittliga-Absteiger zur Seite – und viele machten nach dem Abpfiff deutlich, was sie jetzt von der Mannschaft fordern: einen Sieg über den Erzfeind FC Bayern. Das nächste Spiel gegen Bayreuth (Dienstag, 19 Uhr, db24-Ticker) scheint für Teile der Anhängerschaft bereits in den Hintergrund zu rücken.

Dass sich der TSV 1860 am kommenden Sonntag mit der zweiten Mannschaft des Rekordmeisters misst, scheint vor allem der jungen Fan-Generation schnuppe zu sein. Aus vielen Kehlen hallte es - und das obwohl man seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr auf sportlicher und wirtschaftlicher Augenhöhe ist: „Tod und Hass dem FCB.“ Und die Bayern-Ultras hielten gestern beim 2:2 der Ersten in Augsburg einen Doppelhalter im Gästeblock hoch, auf dem sich der Löwe im Fadenkreuz befindet. Die gegenseitige Abneigung ist groß.

1860-Kapitän Dennis Dressel, der schon manches Jugend-Derby gegen den FC Bayern bestritten hat und auch gegen dessen zweite Mannschaft auf dem Platz stand, erklärte nach dem Spiel: „Ich muss tatsächlich sagen: Das ist für uns ein wichtiges Spiel, für die Fans wahrscheinlich das wichtigste Spiel im ganzen Jahr.”

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Torwart Vitus Eicher mahnte allerdings, bei aller Rivalität das Tagesgeschäft nicht aus den Augen zu verlieren: „Jetzt ist Bayreuth – und dann können wir uns auf Bayern vorbereiten. Ich habe gegen Bayern schon einige Ama-Derbys gespielt. Da waren schöne Spiele dabei. Da hat man sich in der U21 immer sehr darauf gefreut. Ich bin aber erst einmal heiß auf Bayreuth. Aber die Fans machen uns relativ klar, wie wichtig es für sie ist.“ In der Vergangenheit zogen die Sechzger sogar gegen die Bayern-Bubis oft den kürzeren. In sechs Vergleichen seit 2017 konnte 1860 nur ein Spiel gewinnen. Das war das 2:0 am 9. Januar 2021.

Erst Bayreuth, dann Bayern II. Die Reihenfolge steht für Eicher fest – und der Anspruch auch: „Wir haben jetzt zwei Heimspiele vor der Brust, und da geht jetzt der Fokus darauf, dass du da die volle Punktzahl holst.“

Sechs Punkte auf Giesings Höhen: Das wäre die richtige Antwort auf die nächste verpasste Siegchance in der Fremde – und würde die Aussicht auf einen tristen Löwen-Herbst zumindest vorerst vertreiben…