Was machen die Drittliga-Löwen? Reinthaler nach Knie-OP noch ohne neuen Verein - Jacobsen kritisiert die Kommunikation bei 1860
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 07.10.2026 09:40
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Wohin führt der Weg von Max Reinthaler? Derzeit ist er verletzt.
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Beim 31-jährigen Südtiroler hat das allerdings gesundheitliche Gründe. Nach db24-Informationen hat sich der Innenverteidiger vor kurzem einer Knie-Operation unterzogen. Sein Ziel: Beim nächsten Klub will er in Topverfassung antreten – ohne Handicaps.
Deswegen war eine Rückkehr des Abwehrbosses aus der Vorsaison in den vergangenen Wochen auch nicht realistisch. Viele Fans hätten Reinthaler gerne wieder im Löwen-Trikot gesehen. Klar ist aber auch: Der Südtiroler, der weiterhin in München lebt, will so hoch wie möglich spielen. Wohin sein Weg führt? Aktuell offen. Aber: An Anfragen dürfte es nicht fehlen. Er gehörte zu den Leistungsträgern in der Vorsaison bei 1860.
Ebenfalls in der Reha befindet sich Ex-Kapitän Thore Jacobsen. Beim früheren DFB-Physiotherapeuten Oliver Schmidtlein ist er bestens aufgehoben. Nach seinem Kreuzbandriss aus dem Toto-Pokal-Finale in Würzburg (1:2) macht er große Fortschritte. Jacobsen war angeschlagen in die Partie gegangen – dann kam das, was man keinem Fußballer wünscht: eine schwere Verletzung. Und das ohne Anschlussvertrag.
Dass Jacobsen kein neues Arbeitspapier bei 1860 bekommen würde, stand bereits Wochen zuvor fest. Gegenüber der „AZ“ erklärte er: „Uns war innerhalb der Mannschaft klar, dass nicht alle Verträge verlängert werden können. Das ist normal im Fußballgeschäft. Nichtsdestotrotz finde ich, dass man es mit den Spielern hätte anders kommunizieren können. Man hätte im Vorhinein Gespräche mit uns Spielern oder den Beratern führen können, damit man einfach weiß, woran man ist. Deswegen war es schon für einige Spieler ein Schlag ins Gesicht. Auch war der Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht optimal. Wir haben rund zwei Stunden vor der Veröffentlichung von der Nichtverlängerung erfahren.“
Immerhin: Die Löwen haben ihrem früheren Spielführer inzwischen angeboten, seine Reha auch auf dem Trainingsgelände an der Grünwalder Straße zu absolvieren.
Schwer im Magen liegt Jacobsen weiterhin der Zwangsabstieg in die Regionalliga Bayern. Wie er Anfang Juni davon erfahren hat? „Ich habe das Ganze aus dem Urlaub über die Medien mitbekommen. Ich dachte anfangs, dass es das jährliche Hin und Her ist. Das gab es ja in dem Jahr zuvor auch schon. Da wurde mir erklärt, dass ich mir keinen Kopf machen muss, weil das gang und gäbe in dem Verein ist. Dass es diesmal wirklich mit dem Abstieg endete, hätte ich nicht gedacht“, sagte der frühere Elversberger der „AZ“.
Besonders mitgenommen hat ihn das Schicksal jener Kollegen, deren laufende Verträge durch den Lizenzentzug ihre Gültigkeit verloren. Jacobsen: „Da ist wieder das Thema: die Kommunikation. Ich finde schon, dass man die Spieler auf dem Laufenden hätte halten müssen. Wir alle waren im Urlaub und haben alles aus den Medien erfahren. Die Kommunikation ist deswegen schon ein Thema, an dem der Verein arbeiten muss.“
Ob sie das bei 1860 auch so sehen?
Überraschend noch ohne neuen Verein ist auch Tim Danhof. Der Außenverteidiger lebt weiterhin in München-Bogenhausen und wartet auf das passende Angebot. Auch Morris Schröter, der zwischenzeitlich beim FSV Zwickau mittrainierte, und René Vollath suchen noch eine neue Herausforderung. Der Torwart kann sich derzeit verstärkt seiner Fußballschule widmen.
Den größten Sprung aus dem letztjährigen Kader hat ausgerechnet jener Spieler gemacht, dem der damalige Geschäftsführer Manfred Paula vorgeworfen hatte, dass er „keine Identifikation aufgebaut“ hätte: Clemens Lippmann. Der 20-Jährige kam beim SC Paderborn bereits zu zwei Kurzeinsätzen in der Bundesliga. Manuel Pfeifer kehrte zum österreichischen Erstligisten TSV Hartberg zurück. Aktuell ist er aber wieder verletzt. Jesper Verlaat wurde auch kein neuer Vertrag bei 1860 angebieten. Inzwischen ist er Abwehrboss bei der U23 von Borussia Dortmund - mit Kurs auf die Dritte Liga.
Abwehrtalent Sean Dulic wechselte zur TSG Hoffenheim. Obwohl der 21-Jährige die Vorbereitung bei den Profis absolvierte, läuft er aktuell für die U23 in der Dritten Liga auf. Der frühere Bundesliga-Star Kevin Volland kehrte zu seinem Heimatklub FC Thalhofen zurück. Der Verein steht in der Bezirksliga Schwaben Süd auf Platz 1 - auch weil Volland bereits zehnmal getroffen hat.
Während Sigurd Haugen beim Zweitliga-Zweiten 1. FC Nürnberg bislang nur zu Kurzeinsätzen kommt, ist Thomas Dähne inzwischen die Nummer eins bei Bundesliga-Absteiger Heidenheim. Seine Bilanz: vier Spiele, drei Siege und ein Unentschieden.
Wer weiß: Vielleicht feiern Haugen und Dähne am Saisonende den Aufstieg ins Oberhaus und können dann die Erinnerungen an die Turbulenzen an der Grünwalder Straße 114 endgültig streichen…
