Fabio, der Turbo-Wagner: "Ich komme auf deutlich über 35 km/h"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 04.10.2026 08:10
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Die Einwechslung des 19-Jährigen aus Gunzenhausen war der Wendepunkt für 1860: Kurz vor dem Seitenwechsel kam das Kraftpaket für den verletzten Raphael Ott (Sprunggelenk) in die Partie. Nach einer mauen ersten Hälfte ohne Tore nahm sich Wagner die laute Kabinenpredigt von Alper Kayabunar offenbar besonders zu Herzen. Denn der Rechtsaußen schaltete nach der Pause den Turbo ein: Er bereitete das 1:0 vor und erzielte das 3:0 selbst. Außerdem brachte er die Mittelfranken mit seiner Geschwindigkeit immer wieder in Verlegenheit. Alper Kayabunar lobte. „Er hat das erste Tor vorbereitet, das dritte selbst erzielt und viel Tempo und Energie reingebracht. Genau das, was uns in der ersten Halbzeit gefehlt hatte.“
Wagner ist mit Abstand der schnellste Löwe im Kader – und vielleicht sogar der schnellste Spieler der gesamten Liga? „Ich komme auf deutlich über 35 km/h“, sagte der frühere Ansbacher später in der Mixedzone. „Die 30 Meter laufe ich 3,78 – schätze ich mal.“ Ist er schneller als Barça-Blitz Karim Adeyemi? „Das weiß ich nicht – ich denke nicht! Aber vielleicht in Zukunft, wenn ich weiter an mir arbeite, bin ich irgendwann schneller als er.“ Fabio, der Turbo-Wagner.
Zur Einordnung: Jean-Mattéo Bahoya von Eintracht Frankfurt hält mit 37,16 km/h den Bundesliga-Rekord seit Beginn der Datenerfassung 2011/12. Pierre-Emerick Aubameyang gab während seiner Dortmunder Zeit an, die 30 Meter in 3,7 Sekunden zu laufen. Also zumindest nach Wagners eigener Schätzung eine ähnliche Preisklasse. Direkt vergleichbar sind solche Zeiten allerdings nur bei identischen Messbedingungen.
Mit seinem Tempo ist der Jung-Löwe im modernen Fußball eine große Waffe. Die Veranlagung spielt dabei eine wichtige Rolle, doch Schnelligkeit lässt sich durch gezieltes Training durchaus verbessern. Wagner erklärt: „Genetisch ist schon ein großer Teil. Aber bei mir war’s so, dass ich relativ spät in die Pubertät gekommen bin. Bis zur U17 war ich nicht so. Aber dann kam das auf einen Schlag, dass ich auch sehr schnell wurde.“ Alper Kayabunar wollte das Offensivtalent, das in der Vorsaison lange verletzt war, unbedingt in seinem Kader haben. Gegen Ansbach zeigte Wagner eindrucksvoll, warum - auch als Torschütze. Und in dieser Disziplin hat sich Wagner bislang nicht unbedingt bei 1860 empfohlen. Aber was nicht ist, kann noch werden.
Stand er jemals vor der Entscheidung zwischen Fußball und Leichtathletik zu entscheiden? „Nein“, sagt Wagner auf db24-Anfrage vehement. „Hast du in der Leichtathletik solche Stadien, die für so eine Stimmung sorgen? Fußball ist einfach so geil.“
