VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Das Wiesn-Heimspiel am Samstagnachmittag war gerade erst abgepfiffen, da stellten sich die Löwen Arm in Arm vor der Westkurve auf. Gemeinsam mit ihren Fans wollten sie das 4:0 gegen die SpVgg Ansbach feiern – den höchsten Saisonsieg seit dem Zwangsabstieg in die Regionalliga Bayern. Doch aus der Kurve gab’s schon die nächste Ansage vom Capo: für das kleine Derby am 18. Oktober gegen die Bayern-Amateure. Der Vorsänger rief: „Ihr müsst gegen diesen Drecksverein Vollgas geben – das ist unsere Stadt.“

Auch das ist Sechzig: Gerade haben die Löwen ein Schützenfest gefeiert, schon steht das nächste Feindbild im Mittelpunkt. Dabei hätte es allen Grund gegeben, zunächst einmal die eigene Mannschaft zu feiern. Denn nach der ersten Hälfte war dieser klare Sieg keineswegs abzusehen.

Erst nach dem Seitenwechsel drehten die Löwen auf. Trainer Alper Kayabunar hatte in der Kabine offenbar den richtigen Ton getroffen: „Wir sind in der Halbzeitpause etwas lauter geworden, was wir von den Jungs haben wollen.“

Vor allem Fabio Wagner nahm sich die Ansage zu Herzen: Mit einer Energieleistung bereitete er das 1:0 vor, das 3:0 erzielte er selbst. Hinterher entschuldigte er sich für seinen Torjubel gegen seinen Ex-Verein: „Das war aus Versehen. Da sind die Emotionen hochgekommen. Ich habe Ansbach sehr viel zu verdanken.“

Die Freude über seinen Treffer im Grünwalder Stadion war trotzdem groß: „Es hat mich gefreut mit meinem Tor im Grünwalder, wir haben es alle richtig gut gemacht. Wir haben die Chancen heute genutzt.“

In der Tabelle verbesserte sich der TSV 1860 mit dem zweiten Heimsieg in Folge auf Platz vier. Beste Voraussetzungen also, um sich zum Wiesn-Endspurt die eine oder andere Maß zu gönnen.

In der blauen Notenparade kannst Du die Löwen für ihre Leistung gegen Ansbach selbst bewerten.

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