Rieder glaubt an Löwen-Aufstieg 2028: "Nach dem Knall im Sommer Zeit geben"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 02.10.2026 16:46
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Inzwischen trägt der gebürtige Dachauer die Kapitänsbinde beim Nordost-Regionalligisten SV Altglienicke. Seine Rolle? Klar definiert. „Ich spiele immer – und wir wollen in die Dritte Liga aufsteigen.“ Dorthin wollen auch die Löwen zurück. Doch Rieder glaubt, dass seine alte Liebe dafür noch etwas Geduld braucht. „Ich traue Sechzig in diesem Jahr auf jeden Fall eine erfolgreiche Saison zu, aber den Aufstieg erst 2028. Der Mannschaft sollte man nach dem Knall im Sommer Zeit geben, sich zu stabilisieren.“ Für das letzte Wiesn-Heimspiel gegen die SpVgg Ansbach (Samstag, 14 Uhr, db24-Ticker) ist der frühere Löwen-Abräumer dagegen optimistisch: Als db24-Tippexperte setzt er auf einen 2:0-Sieg.

Im Zusammenbruch des vergangenen Sommers sieht Rieder auch eine Chance: „Das kann auch Positives bewirken. Man kann jetzt gemeinsam etwas aufbauen und in eine gesunde Zukunft blicken.“ Warum der ersehnte Sprung in die Zweite Liga während seiner Zeit an der Grünwalder Straße ausblieb? Rieders Erklärung ist deutlich: „Es wurde nicht an einem Strang gezogen und dann ist es auf Strecke schwierig, Erfolg zu haben.“
Eine Rückkehr zu den Löwen, für die er insgesamt 82 Pflichtspiele bestritt und dabei fünfmal traf, war seit seinem Abschied 2024 kein Thema. Kontakt gab es dennoch – zum neuen Cheftrainer. „Aber ich hatte kurzen Kontakt zu Alper Kayabunar. Ich kenne ihn ja aus meiner Türkgücü-Zeit. Ich habe ihm zum Cheftrainer-Posten gratuliert.“
Für Rieder ist Kayabunar eine gute Wahl: „Alper ist ein sehr ehrlicher und direkter Trainer. Er spricht Dinge, die ihm nicht gefallen, sofort an. Er ist ein Trainer, dessen Mannschaften Fußball spielen, saubere Abläufe haben und dann zielstrebig zum Tor kommen.“ Dazu kommt für ihn ein weiterer Pluspunkt: „Alper ist Münchner – er weiß, was bei 1860 gefragt ist und auf was es ankommt.“
Auch zur diskutierten Regionalliga-Reform hat Rieder eine klare Haltung. Während die Löwen in Bayern um ihre Rückkehr kämpfen, erlebt er im Nordosten selbst, wie schwierig der Weg nach oben ist. „Aus meiner Sicht müssen die Meister immer aufsteigen. Wenn man sich das Beispiel Lok Leipzig nimmt, ist das schon richtig bitter. Sie sind zweimal in der Relegation innerhalb von 12 Monaten gescheitert. Auf Strecke kannst du als Regionalliga-Verein nicht so viel investieren, wenn du keine Einnahmen und Investoren hast.“

Das mögliche Kompassmodell mit einem direkten Aufstieg für alle Meister würde Rieder deshalb begrüßen. Eine Entscheidung über die Reform wird beim DFB-Bundestag am 18. Dezember erwartet. Beim Vergleich der Staffeln legt sich der frühere Augsburger ebenfalls fest: „Ich habe mit dem FC Augsburg II auch in der Regionalliga Bayern gespielt – und muss sagen, dass der Nordosten mit Vereinen wie Halle, Chemnitz oder Jena vom Niveau deutlich stärker ist.“ Zuletzt hatte sich aber Würzburg gegen Lok Leipzig durchgesetzt…
