VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Sechzig gegen Bayern – dieses emotionale Duell gab es zuletzt im Februar 2008, als der damalige Zweitligist aus Giesing die Roten im DFB-Pokal-Viertelfinale ziemlich arg ärgerte. Erst durch einen umstrittenen Elfmeter, den Franck Ribéry in der 120. Minute verwandelte, gewann der Rekordmeister mit 1:0. Seitdem? Gähnende Leere in der Derby-Statistik – für die Münchner Fußball-Stammtische eine absolute Farce.

Aber: Es gibt zumindest einen kleinen Ersatz – das kleine Münchner Stadtderby am 18. Oktober zwischen 1860 und den Bayern-Amateuren (14 Uhr, db24-Ticker). Am Mittwochvormittag verkauften die Löwen die restlichen Tickets für dieses Duell zwischen Blau und Rot – innerhalb einer Stunde war die Partie ausverkauft, wie der Klub meldete. Ärgerlich vor allem für diejenigen, die im Online-Shop trotz frühzeitigen Einstiegs vergeblich versuchten, noch Karten zu bekommen.

Damit ist einmal mehr ein Heimspiel des TSV 1860 in dieser Regionalliga-Saison ausverkauft, die für den einen oder anderen „episch“ werden soll.

Der Miniatur-Vergleich mit den Bayern-Amateuren hat es allerdings in sich: Die Ultras des Rekordmeisters haben nicht vergessen, welche Demütigung sie über sich ergehen lassen mussten, als 1860-Anhänger vor einigen Monaten die Meisterfeier auf dem Marienplatz crashten und ein Banner mit der Botschaft „FC Bauern Hurensöhne“ ausrollten.

1860-Boss Gernot Mang hofft, dass es trotzdem ruhig bleibt. „Ich freue mich auf das Derby“, sagte der 57-Jährige gegenüber der „tz“: „Vielmehr würde ich mich auf die Einser freuen als auf den FC Bayern II. So ehrlich bin ich auch. Das wird noch sehr, sehr, sehr lange dauern…“

Der Österreicher habe Bauchschmerzen vor dem Duell, „weil Gewalt hat im Sport gar nichts verloren. Wirklich null. Das ist leider Gottes von beiden Seiten. Leider. Wir treffen die Sicherheitsmaßnahmen entsprechend dazu.“

Heißt: Die Polizei wird vermutlich mit einem Großaufgebot vor Ort sein. Mangs Wunsch: „Es soll friedlich ablaufen. Dass die Liebe nicht da ist, ist auch klar. Das ist in der Stadt so. Ich bin froh, wenn das Spiel auch wieder vorbei ist.“