Wiesn-Zeit, Löwen-Zeit? Der Traum vom Sieger-Maßerl
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 20.09.2026 09:35
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Im vergangenen Jahr war’s noch ein richtiger Wiesn-Krampf: 1:5 gegen Hoffenheim II, 0:2 in Aue, 2:2 gegen Viktoria Köln – und 0:1 in Wiesbaden. Vier Spiele, ein Punkt!
Vor allem das blamable 1:5 gegen Hoffenheim II sorgte für mächtig Zündstoff. Der damals neue Präsident Gernot Mang polterte anschließend beim Hacker-Pschorr-Fantalk in der VIP-Alm: „Der Schock sitzt tief. Ich muss vorsichtig sein, was ich sage. Die Emotionen kochen hoch. Was wir heute gesehen haben, das geht einfach gar nicht. Das war eine Nichtleistung einer Mannschaft, die vorne mitspielen möchte. Wir haben Wiesn-Beginn, wir haben schönstes Wetter. Wir haben Ruhe in den Verein gebracht – und dann kommt so eine desolate Leistung. Das ist einfach ein No-Go. Das geht nicht! Das ist nicht akzeptabel. Aber, und das muss ich sagen: Es kam auch nicht überraschend.“
Und weiter: „Wir haben eine Halbzeit in Rostock unter aller Kanone gespielt, wir haben gegen Havelse eine zweite Hälfte gespielt, was auch nicht passieren darf. Wir haben gegen Stuttgart II mit Glück in der letzten Sekunde das Tor geschossen. Wir haben in Aachen in den letzten Minuten die Tore geschossen – und das ist einfach die Entwicklung der Mannschaft. Die Entwicklung geht rückwärts. Alle anderen Mannschaften entwickeln sich vorwärts. Es ist klar, dass man so nicht in die Tagesordnung übergehen kann. Das ist Fakt. Es wird ernsthafte Gespräche geben.“
Kurz nach diesen deutlichen Worten beurlaubten die Löwen nicht nur Trainer Patrick Glöckner, sondern auch Geschäftsführer Dr. Christian Werner - und das obwohl es zuvor nur Lob für den Hessen gab. Besser wurde es auf dem Platz trotzdem nicht. Was damals besonders auffiel: Auf der Wiesn zeigten die Löwen mehr Eifer und Kreativität als auf dem Rasen.
Ganz anders 2024. Da konnten die Sechziger während der fünften Jahreszeit unter Agis Giannikis kräftig punkten: Vier Spiele, neun Punkte. Zum Wiesn-Auftakt gewann 1860 mit 1:0 bei Arminia Bielefeld, danach folgten ein 1:0 gegen Hannover 96 II und ein 2:1 bei Borussia Dortmund II. Erst das 2:3 gegen Wehen Wiesbaden beendete den Wiesn-Rausch.
Noch besser – zumindest was die perfekte Ausbeute betrifft – machten es die Löwen im Herbst 2017. Die Bundesliga-Zeit klammern wir bei dieser Betrachtung bewusst aus. Unter Daniel Bierofka holte 1860 in der Regionalliga Bayern aus drei Wiesn-Spielen drei Siege. Neun von neun Punkten! Darunter war auch das 3:1 im Grünwalder Stadion gegen den damaligen Rivalen Schweinfurt.
Neun Punkte sind auch 2026 möglich. Damit Präsident Mang, selbst offenbar bekennender Wiesn-Gänger, diesmal keinen weiteren Wutanfall bekommt, sollten die Löwen am besten heute schon vorlegen. Dann könnte auch der offizielle Wiesn-Besuch des TSV 1860 am 29. September auf der Empore im Himmel der Bayern deutlich entspannter werden. Denn eines ist klar: Ein Maßerl schmeckt nach einem Sieg immer noch am besten.
