Geldmangel! Nürnberg muss Stadion-Projekt verschieben - Olympia-Entscheidung ein wichtiges Datum für 1860
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 18.09.2026 09:38
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Gernot Mang: Wann geht´s los mit dem Grünwalder?
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Rund 120 Millionen Euro soll der Umbau kosten und dafür sorgen, dass künftig 27.000 Fans am Giesinger Berg Platz finden. Hört sich alles bärig an – doch wie sieht die Realität aus?
Ein wichtiges Datum könnte der 26. September werden. Dann entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in Baden-Baden, mit welcher Stadt Deutschland ins Rennen um Olympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 gehen will. Im Rennen sind Berlin, Rhein-Ruhr und München.
Bekommt die bayerische Landeshauptstadt den Zuschlag, könnten sich möglicherweise auch neue Perspektiven bei der Finanzierung des Grünwalder Stadions ergeben. Denn klar ist: Das liebe Geld wird darüber entscheiden, ob aus den großen Stadion-Plänen tatsächlich Realität wird. Was man aber wissen muss: Sollte sich München qualifizieren, müsste man bis 2029 warten, ob sich die Isar-Metropole auch gegen die internationalen Städte durchsetzen kann.
Wie schwierig solche Projekte selbst für deutlich größere Klubs sind, zeigt aktuell der Blick nach Nürnberg. Zwar hat der Nürnberger Stadtrat einstimmig für den Vollumbau des Max-Morlock-Stadions gestimmt, doch Oberbürgermeister Markus König tritt inzwischen gegenüber “Franken Fernsehen” auf die Bremse: „Es wird eine Zeitverschiebung geben müssen, weil wir es uns momentan nicht leisten können. Ich sehe aber auch noch nicht, dass der Club die 30 Millionen aufbringen kann – und auch wenn wir die 30 und 30 zusammenlegen, muss ich immer noch einen großen Batzen aufnehmen. Wenn zum Schluss die Tilgung und die Zinsen mehr sind als die Einnahmen, die ich damit generiere, dann hab ich ein Problem. Da machen wir eine Machbarkeitsstudie finanzieller Art…“
Eigentlich wollten die Nürnberger 2028 mit den Bauarbeiten beginnen. Das Projekt wurde mit rund 280 Millionen Euro veranschlagt. Der Blick nach Franken zeigt, welche Dimensionen solche Stadionprojekte inzwischen angenommen haben – und dass politische Zustimmung allein noch keine Finanzierung garantiert.
Umso spannender wird in den kommenden Monaten die Frage, wie Sechzig als Viertligist seinen Anteil an einem 120-Millionen-Euro-Projekt stemmen will. Denn wenn selbst der 1. FC Nürnberg trotz höherklassigem Fußball, Millionen-Einnahmen aus Spielertransfers und sportlicher Entwicklung bei seinem Stadionprojekt finanziell an Grenzen stößt, dürfte auch am Giesinger Berg irgendwann die entscheidende Frage gestellt werden: Wer bezahlt den Traum vom neuen Grünwalder Stadion?
