VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Die Webseite des TSV 1860 titelte: "U19 fehlt die Durchschlagskraft bei 1:3-Niederlage im Derby." Naja, so kann man es formulieren, aber die Löwen haben dem großen Rivalen von der Säbener Straße Sonntagmittag trotzdem einen großen emotionalen Kampf geliefert. Vor über 500 Zuschauern an den Grünwalder Straße trafen die Sechzger durch Edon Krasniqi beim Stand von 1:2 den Querbalken oder scheiterten in der Schlussphase immer wieder an einem bajuwarischen Abwehrbein.

Was man wissen muss: Bei Bayern war Erblin Osmani als Doppel-Torschütze die zentrale Figur. Der 17-jährige Mittelfeldspieler aus dem Kosovo hat bereits einen Kurz-Einsatz für das Profi-Team in seiner Vita stehen. Er kommt auf einen Marktwert von zwei Millionen Euro bei transfermarkt.de und hat damit fast den selben Wert wie die gesamte Viertliga-Mannschaft des TSV 1860 (2,58 Mio). Das gilt es bei solchen Jugend-Vergleichen immer zu bedenken. Auf der Seite der Löwen, die nicht enttäuschten, gefiel Abwehrriegel Manuel Curic, der auch das zwischenzeitliche 1:2 per Kopf erzielte.

Die Niederlage der Löwen ist gegen die finanziell übermächtigen Bayern zwar kein Beinbruch, dennoch wirft sie die Schittenhelm-Elf für das Traumziel Hauptrunde etwas zurück. Fünf Punkte Rückstand fehlen jetzt schon für die Direkt-Qualifikation - als Dritter könnten die Sechzger aber noch im Direkt-Vergleich mit den anderen Drittplatzierten aufsteigen.

„Es war grundsätzlich kein schlechtes Spiel. Vielleicht waren wir in der ersten Halbzeit ein bisschen verhalten, nicht ganz so griffig und bissig, wie man vielleicht ein Derby spielen sollte, einfach zu abwartend“, erklärte Junglöwen-Coach Jonas Schittenhelm gegenüber tsv1860.de: „Trotzdem war es auch in der ersten Halbzeit ein offenes Spiel, bei dem Bayern nicht so viele Chancen hatte. Der Freistoß kurz vor der Pause, der zum 0:2 führte, tat richtig weh.“

Ein Stadt-Derby gegen Rot zu verlieren, mache sicher keinen Spaß, so Schittenhelm weiter: „Aber so ist es, wir haben jetzt drei Wochen durch Pokal und Länderspiele Pause. In der Zeit werden wir sauber arbeiten und dann geht es erneut um Punkte. Wir werden wieder angreifen.“

So brüllte der Löwe: Scholl – Osmani, Curic, Estermann, Efe – Wohlketzetter (62. Keller), Krasniqi, Lacic (89. O’Bryant) – Sturm, Bannert (62. Murad), Karakoc (78. Kawele).