"59+1" im Fadenkreuz: Bayern-Ultras eröffnen das Derby-Geplänkel
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 13.09.2026 09:18
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Obwohl es bis zu diesem brisanten Duell noch gut einen Monat hin ist, haben die ersten unschönen Sticheleien bereits begonnen: Bei der 0:2-Pleite der Bayern-Amateure am Freitagabend in Buchbach präsentierten die mitgereisten Fans eine XXL-Stecktabelle für die Saison 2026/27 mit dem Titel „Bayern-Amateure, freie Bahn“. Und die hatte es bei genauerem Hinsehen durchaus in sich.
Zum einen haben sich die Roten, die trotz Ex-Star Dante auf der Trainerposition derzeit nur auf Rang 15 liegen, kurzerhand selbst auf Platz eins gesetzt. Zum anderen wurde der aktuelle Tabellensechste TSV 1860 (zuletzt 3:0-Sieg über Schwaben Augsburg) auf Rang 14 einsortiert. Das Besondere: Das Löwen-Logo steht im Fadenkreuz – und unter dem Wappen ist nicht „1860“, sondern die bei Bayern-Fans beliebte Provokation „59+1“ zu lesen.

Doch damit nicht genug: Auf dem Plakat ist auch die sogenannte Stehhalle des Grünwalder Stadions abgebildet – traditioneller Treffpunkt der Bayern-Fans bei Heimspielen ihrer Amateure. Die Botschaft könnte auch als Reaktion auf die Gedankenspiele rund um eine mögliche Erbpacht des Stadions durch 1860 verstanden werden: Wir lassen uns aus der Kultstätte nicht vertreiben.
Auch der Bayerische Fußball-Verband bekommt sein Fett weg: Das BFV-Logo wird auf dem Plakat auseinandergerissen dargestellt. Das Motiv dürfte darauf abzielen, dass die Regionalliga Bayern in ihrer bisherigen Form aus Sicht vieler Fans ausgedient hat.
Bekanntermaßen haben sich die Fanszenen bundesweit für eine Reform der Regionalligen und das sogenannte Kompassmodell starkgemacht. Vor einer Woche wurde schließlich auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf aktiv und erklärte die geplante Reform unter dem Motto „Meister müssen aufsteigen“ zur Chefsache.
Zurück zur Rivalität zwischen Blau und Rot: Der 17. Oktober verspricht auch deshalb besondere Brisanz, weil noch eine Rechnung aus dem Sommer offen sein könnte. Bei der Meisterfeier des FC Bayern auf dem Marienplatz hatten Löwen-Ultras für eine eingeschleuste Provokation gesorgt. Auf einem Banner war die derbe Beleidigung „FC Bauern Hurensöhne“ zu lesen. Es wäre wenig überraschend, wenn die Aktion in der roten Fanszene nicht vergessen ist.
Kommt es am 17. Oktober zur Revanche?
PS: Das letzte echte Stadt-Derby war am 27. Februar 2008, als die seinerzeit zweitklassigen Löwen im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen die Bayern mit 0:1 nach Verlängerung ausschieden. Das Tor fiel in der 120. Minute durch Franck Ribery.
