Aufstiegsreform-Entscheidung am 18. Dezember: Bayerische Regionalliga vor dem Aus?
- VON OLIVER GRISS
- 11.09.2026 12:22
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VON OLIVER GRISS
Das DFB-Präsidium hat heute beschlossen, dass am 18. Dezember auf einem Außerordentlichen DFB-Bundestag über eine mögliche Änderung der Struktur der vierten Spielklassenebene entschieden werden soll. Grundlage ist das sogenannte Kompassmodell, nach dem künftig alle Meister der Regionalligen direkt in die Dritte Liga aufsteigen sollen.
Heißt: Aus fünf Regionalligen sollen vier werden – der bayerischen „Champions League“ droht damit das Aus. Und für den TSV 1860 könnte das schneller von Bedeutung werden als gedacht: Bereits die Saison 2027/28 soll als Qualifikationsrunde für die neue viergleisige Regionalliga dienen. Mit den Löwen?
Die vier Staffeln sollen jeweils 20 Mannschaften umfassen und vor jeder Saison nach geografischen Gesichtspunkten neu zusammengestellt werden. Die Saison 2027/28 wäre als Qualifikationssaison vorgesehen, die eigentliche Reform würde zur Spielzeit 2028/29 greifen. Gleichzeitig soll der DFB künftig die Trägerschaft der Regionalliga übernehmen.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf in einer Stellungnahme: „Die Aufstiegsregelung in der Regionalliga beschäftigt den deutschen Fußball seit Jahren. Sie muss jetzt gelöst werden. Es ist für die Vereine, Spieler und Fans kaum nachvollziehbar, dass es fünf Meister gibt, aber nicht alle den Aufstieg in die Dritte Liga schaffen können. Das Kompassmodell hat in den Abstimmungen der Regionalliga-Träger unter den Vereinen bundesweit die meisten Stimmen erhalten. Es bietet auch die Chance auf eine Leistungsverdichtung und somit eine stärkere Talententwicklung. Deshalb bereiten wir die Entscheidung des Außerordentlichen Bundestages sorgfältig vor. Dort sollen die Delegierten verbindlich darüber entscheiden, wie wir zu einer dauerhaft tragfähigen und fairen Regelung kommen.“
Besonders interessant ist die neue Position des Bayerischen Fußball-Verbandes. Der BFV, der bislang als Gegner des Kompassmodells galt und für den Erhalt einer eigenständigen Regionalliga Bayern kämpfte, signalisiert nun zumindest Bereitschaft, den eingeschlagenen Entscheidungsweg mitzugehen. Gegenüber BR24Sport erklärt der Verband: „Wir begrüßen es, dass die Konferenz der Landesverbands- und Regionalverbands-Präsidenten den Weg hin zur Lösung jetzt gemeinsam definiert und festgelegt hat. Damit wird ein außerordentlicher DFB-Bundestag die Entscheidung treffen – die inhaltliche Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit möglichen Modellen, die dann zur Abstimmung stehen werden, erfolgt abgestimmt in der Konferenz.“
Damit rückt eine grundlegende Reform des deutschen Amateurfußballs näher. Für Bayern wäre sie besonders einschneidend: Die eigenständige Regionalliga Bayern würde mutmaßlich verschwinden, die Vereine würden künftig je nach geografischer Lage einer von vier Staffeln zugeteilt. Und für 1860? Sollten die Löwen den Sprung in die Dritte Liga bis dahin nicht geschafft haben, könnte bereits die Saison 2027/28 zu einer ganz besonderen Spielzeit werden: Dann ginge es nicht nur um den Aufstieg – sondern womöglich auch um die Qualifikation für die neu geschaffene viergleisige Regionalliga.
